
"Zum Jahrestag des Ukraine-Kriegs: Die Kinder brauchen uns mehr denn je"
Seit vier Jahren herrscht in der gesamten Ukraine Krieg. Kinder und ihre Familien sind müde und erschöpft vom Ausnahmezustand. Wir von UNICEF tun alles dafür, ihnen inmitten von Gewalt und Zerstörung eine Perspektive zu geben und zu helfen.
von Lilian Sekkai
Die achtjährige Myroslava steht vor ihrem zerstörten Zuhause. Myroslava lebt in Dobropillia, im Osten der Ukraine. Sie weiß noch genau, dass sie am Abend, bevor der Angriff ihr Zuhause zerstörte, eine Karte für ihre Mutter Alyona gemalt hatte. Alyona brachte sich und ihre Tochter während des Angriffs im Flur in Sicherheit, bevor das Balkonfenster durch die Explosion zerschmettert wurde. „Ich habe meinen Kopf und meine Ohren mit den Händen bedeckt, weil es so laut und beängstigend war“, erinnert sich Myroslava.
Der Angriff hinterließ ganze Wohnblocks in Trümmern, mit geschwärzten Fassaden und zerbrochenen Fenstern. Nicht nur die Zerstörung ist allgegenwärtig, auch die Angst und Sorge um weitere Angriffe prägen den Alltag der Familien und Kinder. Die Geschichte von Myroslava berührt zutiefst – sie ist eine von etlichen Schicksalen der Kinder in der Ukraine.
"Jahrestag" Ukraine-Krieg 2026: Jeden Tag Krieg
Das Wort "Jahrestag" klingt in diesem Kontext irgendwie komisch. Aber es hilft auszudrücken, dass bereits seit vier Jahren, seit dem 24. Februar 2022, in der Ukraine Krieg herrscht. Über die letzten vier Jahre hat der Ukraine-Krieg Zerstörung, Gewalt, Fluchterfahrungen und Angst in das Leben der Kinder in der Ukraine gebracht. Wohnsiedlungen, Schulen oder Spielplätze wurden durch Bombardierung oder Raketenangriffe zerstört. Kinder müssen überstürzt fliehen und werden von Freund*innen und Angehörigen getrennt.
Vielerorts gibt es kein sauberes Wasser. Kinder frieren in den eisigen Temperaturen des vierten Kriegswinters, der kälteste bislang. Und durch die gnadenlose Bombardierung der Energie und Wärmeversorgung haben viele Familien keine Heizung, kein warmes Wasser zum Kochen, keinen Strom. Sie verbringen die Nächte in Schutzkellern und U-Bahnstationen, um sich vor den nicht endenden Angriffen in Sicherheit zu bringen.

Mila (4) spielt in einem beheizten mobilen Zelt. Eisige Temperaturen im Kriegswinter sind für Kinder besonders gefährlich.
© UNICEF/UNI930634/FilippovVor allem im Osten und Süden des Landes, wie zum Beispiel in Charkiw, Sumy oder Donezk, geraten junge Menschen immer wieder unter Beschuss. Aber auch in Kiew (ukrainisch: Kyjiw) sind die Menschen den Angriffen ausgesetzt. Im Osten der Ukraine sind die Menschen bereits seit 2014 von einem brutalen Konflikt betroffen. Seit 2022 und damit nunmehr seit vier Jahren ist die gesamte Ukraine vom Krieg betroffen. Für die Kinder in der Ukraine ist das Heulen der Warnsirenen beinahe Alltag geworden: Wenn der Luftalarm losgeht, laufen Familien los, um in Schutzbunkern oder Metrostationen vor Raketenangriffen oder Bombardierung Schutz zu suchen. Ob mitten in der Nacht oder während des Schulmorgens – der Krieg macht keinen Halt vor dem Leben der Familien.
Jeden Tag Krieg – seit vier Jahren. Die psychische Dauerbelastung aus Angst, Trauer und Schrecken lässt kein Kind unberührt. Tausende Kinder sind Opfer von Gewalt geworden oder haben einen geliebten Menschen verloren. Andere quält die Ungewissheit: Werde ich meine Freund*innen je wiedersehen? Wie wird unsere Zukunft sein? Wann ist der Krieg endlich vorbei? Die Kriegssituation hat enorme Folgen für die psychische Gesundheit der Kinder.
Gleichzeitig versuchen die Kinder und Familien wo immer möglich ihrem Familienalltag nachzugehen: Spielen, Lernen, Musik machen oder Geburtstage feiern. Ein Stück Normalität inmitten des Krieges. Viele Schulkinder in der Ukraine können nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen, weil Gebäude beschädigt sind, es keine Lehrer*innen gibt oder es schlichtweg zu gefährlich ist, das Haus für den Schulbesuch zu verlassen. Dennoch wollen die Kinder weiterlernen, teilweise unter schwersten Bedingungen: Stromausfälle unterbrechen immer wieder den Online-Unterricht. Die Kinder und Jugendlichen halten an ihren Träumen für die Zukunft fest. Der respektvolle Umgang innerhalb der Familie gibt Kindern viel Halt. Auch oder besonders wenn Kinder im Krieg aufwachsen müssen, sind Halt und gegenseitige Unterstützung wichtig.
Erwachsene sollten Kindern zuhören und ihre Meinungen miteinbeziehen. Ich kann meine Meinung mit meinen Eltern teilen, das gib mir Selbstvertrauen und Kraft.

UNICEF tut auch nach vier Jahren Krieg alles dafür, den Kindern eine Perspektive zu geben
Seit Beginn des Kriegs sind unsere UNICEF-Kolleg*innen vor Ort für die vom Krieg betroffenen Familien im Einsatz. Die UNICEF-Teams bringen lebensrettende Nothilfe zu Familien im ganzen Land, wo immer es die Sicherheitslage zulässt – von Medikamenten und medizinischer Versorgung über Hygieneprodukte bis hin zu Lernmaterialien für Schulkinder. Dabei arbeiten sie mit anderen Hilfsorganisationen, Gemeinden, freiwilligen Helfer*innen und Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen zusammen.
In den Wintermonaten verschärft sich die Not besonders für die Familien, die in beschädigten Wohnhäusern ausharren müssen, teils ohne Wasser, Strom und Heizung. UNICEF leistet in der Ukraine Winterhilfe und unterstützt mobile beheizte Zelte sowie Nothilfeteams oder liefert Generatoren zum Heizen. Besonders bedürftige Familien erhalten Bargeldhilfen, um die nötigsten Dinge wie Lebensmittel einzukaufen.

Dasha (3) steht bei eisigen Temperaturen warm eingepackt neben ihrer Mutter Iryna in ihrer Wohnung in Kyjiw. In der Nacht zieht Dashas Mutter ihr viele Kleiderschichten an und befüllt Plastikbehälter als improvisierte Wärmflaschen mit warmem Wasser.
© UNICEF/UNI930611/FilippovNeben der akuten Hilfe für Kinder und Familien in Not, tun die Kolleg*innen von UNICEF alles dafür, dass Kinder sich in ihrem Alltag zurechtfinden und inmitten des Kriegs eine Perspektive haben. UNICEF setzt sich auch dafür ein, dass Kinder mit Blick auf den Wiederaufbau des Landes im Zentrum stehen. Die langfristig angedachte Unterstützung ist sehr vielfältig. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Beispiele vor.
Ukraine-Krieg: Hilfe im Untergrund
Zwischen Angriffen und Luftalarm suchen Familien im Untergrund Schutz – im Keller ihres Wohnhauses, in unterirdischen Schutzbunkern von öffentlichen Gebäuden oder in Metrostationen. Dort müssen sie stunden-, teils tagelang ausharren. Ein großer Zeitraum ihres Lebens findet im Untergrund statt. Darum leistet UNICEF genau dort wichtige Hilfe.
Angelina wurde am ersten Tag des vollumfänglichen Krieges 2022 geboren, als das Krankenhauspersonal und die Mütter gezwungen waren, die Entbindungen aus Sicherheitsgründen in den unterirdischen Schutzraum zu verlegen. „Es war dunkel und kalt, aber die Ärzte waren ruhig und haben uns unterstützt“, erinnert sich Mutter Maryna.
Mit der Hilfe von UNICEF wurde der Schutzraum in eine sichere, voll ausgestattete Gesundheitsstation für Entbindungen und Nachsorge umgewandelt, sodass Mütter und Kinder auch bei Luftangriffen geschützt sind. UNICEF unterstützt Krankenhäuser in der Ukraine beispielsweise mit medizinischer Ausrüstung und Stromgeneratoren, damit mehr dieser unterirdischen Stationen eingerichtet und ausgestattet werden können.

Bild 1 von 3 | Angelina (3) hält ein Stofftier und die Hand ihrer Mutter Maryna fest umklammert. Sie sind im unterirdischen Schutzraum der Entbindungsklinik von Tschernihiw.
© UNICEF/UNI878772/Ahamian
Bild 2 von 3 | Schulbeginn im September in Mykolajiw, Ukraine. Schüler*innen nehmen zum ersten Mal seit Kriegsbeginn 2022 wieder am Präsenzunterricht teil. Der sichere Schutzraum wurde mit Unterstützung von UNICEF ausgestattet.
© UNICEF/UNI860879/Osipov
Bild 3 von 3 | Mykola (5) kann in seiner Vorschule in der Region Charkiw nicht nur Gleichaltrige treffen, um zu spielen und gemeinsam zu lernen. Dort gibt es auch warme Mahlzeiten.
© UNICEF/UNI832931/Pashkina
Auch Klassenzimmer und Kindergärten oder Vorschulen wurden in Metrostationen oder Schutzkellern eingerichtet. UNICEF hat dazu Heizgeräte, Unterrichtsmaterial, Spielzeug und Bastelsachen geliefert. Gut geschützt können die Kinder so an einem warmen Ort weiterlernen und spielen. Es sind Orte, die den Kindern inmitten des Kriegs Halt und Hoffnung geben.
Hunde helfen dabei, das Erlebte zu verarbeiten
Adelina kuschelt sich an das weiche Fell der Golden Retriever-Hündin Julie. Julie ist direkt zutraulich und es entsteht eine Verbindung zwischen dem Hund und dem Mädchen. Adelina ist zusammen mit ihrer Mutter Victoria in das Kinderzentrum in Charkiw gekommen, nachdem sie nachts wegen Luftalarms und Explosionen kaum schlafen konnten. Eine große Belastung für das siebenjährige Mädchen.
Die Trainerin und Freiwillige Natalia und ihre beiden Hunde, Julie, der Retriever, und Petra, der English Setter, leiten seit 2022 die Kurse und helfen den Kindern dabei, sich gut zu fühlen, ihre Ängste zu überwinden und den andauernden Krieg in der Ukraine zu vergessen.
Julie und Petra sind ausgebildete Therapiehunde. Die Therapie mit Hunden hilft den Kindern, ihre Ängste zu überwinden und emotionalen Stress abzubauen. In der Therapiestunde lernt Adelina, den Hund zu füttern, ihm kleine Tricks beizubringen, einfach Spaß zusammen zu haben. Nach kurzer Zeit ist im ganzen Raum das Lachen der Kinder und fröhliche Bellen der Hunde zu hören. Die Explosionen außerhalb der Metrostation sind für einen kleinen Moment vergessen.

Bild 1 von 2 | Adelina mit ihrer neuen Freundin Julie. Der Hund hilft dem Mädchen, sich inmitten des Kriegsalltags abzulenken.
© UNICEF/UNI446408/Filippov
Bild 2 von 2 | Die Hündin Petra bringt die Kinder im Spilno-Zentrum zum Lachen.
© UNICEF/UNI688877/Bilyk
Die Therapie findet in einem so genannten Spilno-Zentrum statt. Überall in der Ukraine hat UNICEF diese kindefreundlichen Anlaufstellen für Kinder und ihre Familien eingerichtet – wie beispielsweise in sicheren Metrostationen. Hier werden die Kinder von geschulten Helfer*innen betreut. Sie können mit anderen Kindern spielen, lachen und toben. Natalia, Julie und Petras Hundetrainerin, arbeitet als freiwillige Helferin im Spilno-Spot in Charkiw und bietet die Hundetherapiestunden regelmäßig an.
Sauberes Wasser zuhause, in der Schule und im Kindergarten
Die vierjährige Masha trinkt Wasser aus einem Becher in der Küche ihrer Familie in Sumy. Für sie und Tausende andere Kinder, die in der Nähe der Front leben, ist der Zugang zu sauberem Wasser lebenswichtig, doch leider keine Selbstverständlichkeit. Durch den ständigen Beschuss werden die Strom- und Wasserversorgung häufig unterbrochen.

Masha (4) trinkt Wasser aus einem Becher in der Küche ihrer Familie in Sumy.
© UNICEF/UNI862008/KryvopyshynFamilien sind verzweifelt: Wo können sie genügend Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen herbekommen?
Wir brauchen Wasser zum Trinken, zum Baden, zum Waschen unserer Haare und Hände und auch zum Kochen.

Mit der Unterstützung von UNICEF konnte 2025 die Wasserversorgung von Sumy durch die Installation von hybriden solarbetriebenen Stationen verbessert werden, sodass zahlreiche Familien und Kinder Zugang zu sauberem Wasser hatten und gesund bleiben konnten.
UNICEF setzt sich dafür ein, dass Kinder überall in der Ukraine Zugang zu sauberem Wasser haben – zuhause, aber auch im Kindergarten oder in der Schule. Denn Wasser und Hygiene sind eine Voraussetzung, um Kinder vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen.
UNICEF stellt Rohre, Pumpen und Maschinenteile für die Reparatur von Trinkwasseranalagen sowie Chemikalien zur Reinigung des Leitungswassers zur Verfügung, um Hunderttausende Ukrainer*innen mit sauberem Wasser zu versorgen. Auch bei Mashas Familie fließt das Wasser wieder aus dem Hahn und der Familienalltag kann geregelter ablaufen. Das Gefühl von Normalität gibt Kindern Sicherheit.
Mobile Teams klären Kinder über Minen auf
Nach vier Jahren Krieg lauert gerade in den hart umkämpften Gebieten eine tödliche Gefahr im Boden: Minen und Blindgänger. Kinder treffen auf die hochexplosiven Waffen beim Spielen oder auf dem Weg zur Schule. Immer wieder erreichen uns schlimme Nachrichten darüber, dass Kinder bei Explosionen schwer verletzt wurden. Umso wichtiger ist es, dass Kinder wissen, wie sie sich schützen können.
„Was sollst du tun, wenn du eine Mine siehst?“, fragt die Lehrerin den sechsjährigen Maksym.
„Ich gehe auf dem gleichen Weg zurück und sag es einem Erwachsenen“, antwortet er. „Und ich rufe den Notruf an.“
Zusammen mit den anderen Kindern hat Maksym diese Regeln gelernt, die ihnen im Ernstfall das Leben retten können.
Die Kinder nehmen an einem Sicherheitstraining der Polizei und des Staatlichen Dienstes für Notfallsituationen in Malyniwka teil. Dabei lernen die Kinder spielerisch und interaktiv, zum Beispiel mit Comics, sich vor Gefahren zu schützen. Aber auch klare Regeln, wie sich die Kinder zu ihrer eigenen Sicherheit verhalten sollen, werden vermittelt. Dabei geht es nicht nur um Minen, sondern auch um Brandrisiken oder die Gefahren im Internet.

Im mobilen Klassenzimmer lernen die Kinder, sich vor Minen und anderen Gefahren zu schützen.
© UNICEF/UNI772989/Smoliyenko
Diese speziellen Fahrzeuge hat UNICEF für das mobile Sicherheitstraining zur Verfügung gestellt.
© UNICEF/UNI772993/Smoliyenko
Die Minenaufklärung findet in einem mobilen Klassenzimmer statt, das von UNICEF zur Verfügung gestellt wurde und speziell auf das Sicherheitstraining ausgerichtet ist. An vielen Orten ist Unterricht in normalen Klassenzimmern nicht möglich, weil Schulen zerstört wurden. Durch das mobile Klassenzimmer können Kinder überall dort, wo Gefahr droht, aufgeklärt werden.
Junge Menschen starten soziale Initiativen in der Ukraine
„Zeit mit Kindern zu verbringen, macht Spaß, ist aber auch anstrengend, da man ihre Aufmerksamkeit für sich gewinnen muss“, erzählt die 16-jährige Alina aus Lwiw. Als freiwillige Helferin unterstützt sie zusammen mit anderen jungen Menschen Kinder und Jugendliche in ihrer Gemeinde. Die Kinder einer Vorschule in Lwiw lernen dank der Freiwilligen alles rund um das wichtige Thema Hygiene.
Alina und ihre Teamkolleginnen Marta und Ivanna entwickelten den Unterrichtsplan und die Übungen selbst. Zu ihren kreativen Bildungsideen gehört auch ein Podcast zum Thema Hygiene. "UPSHIFT" ist ein von UNICEF unterstütztes Programm für Jugendliche. Es motiviert junge Menschen sich mit dringenden humanitären Herausforderungen auseinanderzusetzen, die durch den Krieg verursacht werden – wie dem Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Junge Menschen sind eine treibende Kraft in ihren Gemeinden.

Bild 1 von 2 | Alina (16), Mitglied des UPSHIFT-Teams, mit der kleinen Viktoria bei einer Veranstaltung zum Thema Hygiene.
© UNICEF/UNI645795/Yevtushenko
Bild 2 von 2 | Teilnehmerinnen der Kunsttherapie-Sitzung, organisiert vom UPSHIFT-Team „Modern Ladies“.
© UNICEF/UNI733290/unknown
Das Freiwilligen-Projekt „Modern Ladies“ ist Teil des UPSHIFT-Programms von UNICEF in der Ukraine. Ziel ist es Mädchen dabei zu helfen, Karrieremöglichkeiten zu erkunden, sich zu vernetzen und ihre Vorhaben zu verfolgen. Engagierte junge Menschen lernen, trotz Kriegszeiten in ihren Gemeinden soziale Initiativen zu starten. Von Mentor*innen unterstützt lernen sie Probleme zu analysieren und ihre eigenen Projekte aufzusetzen. Das gibt den jungen Menschen die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln und mit tollen Ideen in ihrer Gemeinde etwas zu bewegen.
Geflüchteten ukrainischen Kindern in den Nachbarländern eine Chance geben
Polina spielt neugierig mit Spielsachen und einem Malbuch in einem Zentrum für geflüchtete Kinder aus der Ukraine. Ihre Mutter Galyna und sie mussten aufgrund der schrecklichen Angriffe aus der Ukraine fliehen. Anfangs dachten sie noch das sei nur für eine kurze Zeit. Doch das fremde Land, Rumänien, wurde nun erstmal zu ihrem Zuhause. Polina hatte zu Beginn Schwierigkeiten im Kindergarten, da sie kein Rumänisch sprach und die ungewohnten Abläufe in der neuen Umgebung nach den Fluchterfahrungen für die Fünfjährige beunruhigend waren.
In einem von UNICEF unterstützten ukrainischen Bildungszentrum in Bukarest war Polina dann aber umgeben von vertrauten Geräuschen und begann langsam, sich wieder wohlzufühlen. In ganz Rumänien unterstützen UNICEF und seine Partner seit Beginn des Krieges 2022 ukrainische Familien durch Programme, die sich auf soziale Integration, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Impfungen sowie die Eingliederung in das rumänische Bildungssystem konzentrieren. Lernzentren, Sprachkurse, Aktivitäten, psychologische Betreuung und sichere Orte für Kinder und Mütter haben vielen Familien geholfen, sich ein wenig besser zurechtzufinden, während sie sich an ein Leben fern der Heimat gewöhnten.

Polina (5) spielt in einem Zentrum für Ukrainer*innen in Rumänien.
© UNICEF/UNI923532/HolergaViele Familien aus der Ukraine sind in die Nachbarländer geflohen – in der Hoffnung, erstmal sicher zu sein und irgendwann in ihre Heimat zurückkehren zu können. Nach vier Jahren Krieg blicken die Familien in eine ungewisse Zukunft. Gleichzeitig versuchen sie in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Für die Kinder ist es wichtig, wieder zur Schule gehen zu können, neue Freundschaften zu schließen und einen möglichst normalen Alltag zu haben.
Doch viele Kinder sind immer noch nicht eingeschult. Ein Leben im Wartezustand. UNICEF arbeitet mit den Regierungen und Behörden in den Nachbarländern der Ukraine wie Polen, Moldau oder Rumänien zusammen, damit Familien beispielsweise Zugang zu medizinischer Versorgung und psychosozialer Unterstützung erhalten und Kinder zur Schule gehen können.
Auch nach dem Jahrestag des Ukraine-Kriegs: Die UNICEF-Hilfe geht weiter. Helfen Sie mit!
Nach vier Jahren Krieg brauchen Millionen Kinder aus der Ukraine Unterstützung. Jeden Tag, den der Krieg andauert, wächst die Belastung der Kinder. Sie brauchen unsere Solidarität nun mehr denn je. Wir von UNICEF stehen ihnen weiter zur Seite, liefern lebensrettende Nothilfe und tun alles dafür, ihnen inmitten des Krieges eine Perspektive zu geben. Vielen Dank an alle, die uns mit einer Spende unterstützen.
Sie möchten mehr UNICEF-Blogs zur Ukraine lesen? In unseren Blogbeiträgen zur Ukraine schildern wir die aktuelle Situation der Kinder, geben Tipps, wie man mit Kindern über den Krieg sprechen kann, und erklären Ihnen, wie sich der Konflikt über die Jahre entwickelt hat.
Lilian Sekkai arbeitet als Presseassistentin und schreibt über UNICEF-Themen und Kinder weltweit.