JEMEN

LÄNDERINFORMATION

© UNICEF/UNI366586/Abaidi

Die neun Monate alte Nour litt an Mangelernährung. Eine Behandlung mit Spezialnahrung half ihr über den Berg.
© UNICEF/UNI366586/Abaidi

Jemen ist "die größte humanitäre Krise der Welt" - über 22 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe. Seit über fünf Jahren herrscht Krieg im Jemen. Das Leben der Kinder im Land wird mit jedem Tag Krieg gefährlicher: Vor allem Hunger und Krankheiten bedrohen die Kinder. Und nun ist auch noch die sich ausbreitende Corona-Pandemie als weitere Gefahr hinzugekommen.

Die Versorgungslage so schlecht ist, dass über 12 Millionen Kinder humanitäre Hilfe brauchen. In Teilen des Jemen wurden die höchsten Raten von akuter Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren jemals verzeichnet. Insgesamt leiden mehr als eine halbe Million Kleinkinder im Süden des Landes an akuter Mangelernährung.

Der Krieg im Jemen verschärft die ohnehin schwierige Lage der Kinder in einem der ärmsten Länder der Region. Die Gesundheitsversorgung ist durch die Kämpfe vielerorts zusammengebrochen.

"Jemen ist momentan einer der schlimmsten Orte auf der Welt, um ein Kind zu sein", sagt Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor im Jemen.

Und die Situation in dem Bürgerkriegsland spitzt sich weiter zu: Schwere Überflutungen haben einige Gebiete verheerend getroffen; in den nächsten Monaten werden zudem Zyklone erwartet. Schon jetzt haben über zehn Millionen Kinder keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung, die Hälfte der jemenitischen Lehrkräfte hat schon seit 2016 kein regelmäßiges Einkommen mehr.

UNICEF leistet gemeinsam mit Partner wie United Internet for UNICEF humanitäre Hilfe und fordert eine Lösung des Konflikts – damit die Kinder im Jemen gesund und sicher groß werden können.


Jemen in Zahlen

Hauptstadt: Sana´a mit ca. 2,2 Mllionen Einwohnern

Bevölkerung: 28,5 Millionen Einwohner (Schätzung 2018)

Landessprache: Arabisch

Religion: Islam ist offizielle Staatsreligion, es gibt zusätzlich kleine Gemeinden von Juden, Zwölferschiiten, Bahaí, Christen und Hindus

Seit Beginn des Krieges im März 2015 zählt der Jemen zu einer der größten humanitären Krisen weltweit. Im Land selbst sind über drei Millionen Menschen auf der Flucht vor den bewaffneten Konflikten. In die umliegenden Länder, wie Oman, Saudi-Arabien und Dschibuti, sind um die 190.000 Menschen geflohen. 

Trotz der katastrophalen Lage im Jemen fliehen dorthin monatlich Tausende, darunter insbesondere Somalier.

(Jemen in Zahlen, Quelle: Auswärtiges Amt)