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Weibliche Genitalverstümmelung stoppen

Mädchenbeschneidung: Mädchen werden darin geschult, über Genitalverstümmelung aufzuklären.

Äthiopien 2017: Die Mädchen werden von UNICEF und seinen Partnern geschult, um ihre Gemeinden in der Region Afar über weibliche Genitalverstümmelung aufzuklären.

© UNICEF/UN0140865/Mersha


Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen sind von der weiblichen Genitalverstümmelung in weltweit 31 Ländern betroffen. Die meisten Mädchen sind bei der Beschneidung unter 15 Jahre alt. Die Vereinten Nationen haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 soll die weibliche Genitalverstümmelung in allen Ländern der Vergangenheit angehören. Doch infolge der Corona-Pandemie sind in den nächsten zehn Jahren zusätzlich zwei Millionen Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 06. Februar haben UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore und UNFPA-Exekutivdirektorin Dr. Natalia Kanem ein Statement veröffentlicht, in dem sie gemeinsames, konsequentes Handeln und Investitionen fordern, um die Beendigung der Mädchenbeschneidgung bis 2030 trotz COVID-19 zu erreichen:

"Wir müssen schnell, entschlossen und an mehreren Fronten gleichzeitig handeln. Wir müssen sicherstellen, dass Mädchen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, einschließlich sexueller und reproduktiver Gesundheitsdienste, und angemessene Lebensgrundlagen haben.

Und wir müssen sicherstellen, dass sie durch Gesetze, Richtlinien und neue soziale Normen und Einstellungen geschützt werden. Lassen Sie uns die Kraft und die Stimmen der heranwachsenden Frauen und ihrer männlichen Altersgenossen fördern und sie dazu ermutigen, "Nein" zu sagen zu allen Formen von Gewalt, einschließlich gewaltsamer körperlicher Übergriffe."

Wichtige Fakten zur weiblichen Genitalverstümmelung

  • Die weibliche Genitalverstümmelung (englisch: Female Genital Mutilation) umfasst alle Praktiken, bei welchen die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane aus nicht medizinischen Gründen teilweise oder vollständig entfernt beziehungsweise verletzt werden.
  • Obwohl es sich um eine Menschenrechtsverletzung handelt, sind weltweit mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Diese Zahl bezieht sich auf 31 Länder, in denen repräsentative Zahlen vorliegen.
  • Mehr als vier Millionen Mädchen weltweit sind jährlich von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. Die meisten Mädchen sind bei dem Eingriff nicht älter als 15 Jahre.
  • Mit Ziel 5.3 der Agenda für nachhaltige Entwicklung hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, schädliche Praktiken wie die weibliche Genitalverstümmelung sowie Früh-, Kinder- und Zwangsheirat bis 2030 zu beenden.
  • Schätzungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zufolge sind rund 67.000 Frauen und Mädchen in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Zwischen 2.785 und 14.752 Mädchen sind von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht.

Mädchen werden heute deutlich seltener Opfer von Genitalverstümmelung als noch ihre Mütter. In den meisten Ländern ist die Mädchenbeschneidung mittlerweile gesetzlich verboten, doch Gesetze allein reichen nicht aus: Wenn die Töchter nicht beschnitten sind, bleibt in vielen Dörfern die Sorge vor Ausgrenzung groß. UNICEF unterstützt breit angelegte Bildungsprogramme für Mädchen, Frauen, Jungen und Männer. So setzt oft ein Umdenken ein und die Dörfer beschließen gemeinsam, sich von dem Ritual zu verabschieden. Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt Programme von UNICEF, um Mädchenbeschneidung ein Ende zu setzen.