Tessa Page im Gespräch mit Dhabo Dulecha
© United Internet for UNICEF/Thomas RebbeTessa Page im Gespräch mit Dhabo Dulecha
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Fälle von Mangelernährung steigen stark an

Der acht Monate alte Galgalo (Titelbild) ist eines von vielen hundert Kindern, bei denen im Rahmen einer Gesundheitskampagne eine Mangelernährung festgestellt worden ist. Jeden Monat werden in dem Flüchtlingslager in Dubuluk rund 5.000 Kinder untersucht. Neben dem Screening bekommen sie wichtiges Vitamin A verabreicht.

Für Dhabo Dulecha, die Mutter des kleinen Galgalo, ist das Camp die letzte Hoffnung. Die Familie ist aus einem Dorf etwa 50 Kilometer entfernt geflohen. „Wir haben nichts mehr, wir haben alle Tiere verloren“, erzählt uns Dhabo. Sieben Monate ist es nun her, dass sie zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern in das Camp gekommen ist. Seitdem sind sie auf Lebensmittelspenden angewiesen. Eine Arbeit hat die Familie nicht mehr.

Dabei hat sie noch Glück: Ihr Sohn kann vor Ort im Camp behandelt werden. Etwa 15 Prozent der mangelernährten Kinder gehören zu den schweren Fällen, die im nahegelegenen medizinischen Zentrum aufgenommen werden müssen. Hier werden die Kinder mit Spezialnahrung langsam aufgepäppelt.

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Haleku Galgalo ist selbst Mutter von sechs Kindern, jetzt ist sie mit der 2-jährigen Ebese hier, die sie neben den eigenen Kindern und zwei Kindern aus der Verwandtschaft noch adoptiert hat. Das Kind leidet unter einem Hungerödem, das das Gesicht auftreiben lässt. „Auch, wenn die Leute reden – sie ist ein Segen für mich“, sagt uns Haleku.

Ebese und ihre Mutter Haleku

Die 2-jährige Ebese leidet an einem Hungerödem.

© UNICEF/UN0724757/Ayene

Bei vielen Kindern tritt die Mangelernährung auf, wenn sie nach der Muttermilch keine angemessene Folgenahrung bekommen. Vor der Dürre kam die Milch dafür von den Kuh- und Ziegenherden, ohne die Tiere ist diese Quelle versiegt. Teilweise macht die fehlende Folgenahrung die Kinder so krank, dass sie stationäre Hilfe brauchen. Die Spezialmilch „F-75“ enthält wichtige Aufbaustoffe und wird vor allem den Kindern gegeben, die keine feste Nahrung aufnehmen können. Die meisten Kinder können nach etwa sieben Tagen die Gesundheitsstation verlassen und werden dann mit Erdnusspaste weiter versorgt.

Die kleinen Päckchen mit der Paste sind in der Gesundheitsstation allgegenwärtig. Die Zusatznahrung ist lange haltbar und enthält lebenswichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Das Gesundheitszentrum ist deshalb auch Anlaufstation für viele andere Mütter auf der Suche nach Hilfe. Hier werden jeden Monat über 2.600 Kinder auf Mangelernährung hin untersucht. Und solange die Dürre anhält, werden die Zahlen weiter steigen.

Tessa Page und Dhabo Dulecha

Bild 1 von 5 | Tessa Page im Gespräch mit Dhabo Dulecha, der Mutter des kleinen Galgalo.

© UNICEF/UN0724770/Ayene
Latu Doyo mit ihrer Mutter Galmo Doyo
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Die acht Monate alte Latu Doyo erhält im Gesundheitszentrum in Dubuluk Erdnusspaste gegen ihre schwere akute Mangelernährung. Sie erholt sich gut.

© UNICEF/UN0724755/Ayene
Graf Waldersee beobachtet Gesundheitsuntersuchung

Bild 3 von 5 | Graf Waldersee im Gespräch mit einer Familie bei einer Untersuchung in Borena. Im Rahmen der Gesundheitskampagne werden Kinder auf Mangelernährung untersucht und erhalten beispielsweise Vitamin A.

© UNICEF/UN0724783/Ayene
Rufo Iya und ihr Kind bei der Untersuchung
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Rufo Iya sorgt sich um ihr sieben Monate altes Kind Ubsa Iya. Während der Gesundheitskampagne erfährt sie, dass ihr Kind schwer mangelernährt ist.

© UNICEF/UN0724786/Ayene
Verlassenes Dorf in Äthiopien

Bild 5 von 5 | Immer wieder sehen wir auf unserer Reise ganze Dörfer, die verlassen sind, die Kadaver verendeter Kühe und Ziegen.

© United Internet for UNICEF/Thomas Rebbe