SÜDSUDAN - LÄNDERINFORMATION

Südsudan Hungersnot: Ein einjähriges Mädchen wird mit Spezialmilch gefüttert

Dieses einjährige Mädchen in Juba kann keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Es erhält von UNICEF Spezialmilch mit Vitaminen und Mineralstoffen. Sobald es ihm besser geht, kann es mit Erdnusspaste therapiert werden.
© UNICEF/UNI198874/Rich

Südsudan, der jüngste Staat der Erde, kommt trotz ermutigender Fortschritte nicht zur Ruhe: Bewaffnete Auseinandersetzungen, eine Hungerkrise, unvorstellbare Armut und gefährliche Krankheiten wie Cholera gefährden das Leben der Kinder.

Viele Familien mussten ihr Zuhause verlassen und sind auf der Flucht. Ehemalige Kindersoldaten brauchen besondere Hilfe, um sich ein neues Leben aufzubauen.

Die Anfang 2017 im Südsudan ausgerufene Hungersnot wurde zwar Mitte 2017 offiziell für beendet erklärt. Aber noch immer hungern fast fünf Millionen Menschen im Südsudan. Darunter sind über eine Million Kinder unter fünf Jahren. Sie haben nicht genug zu essen und sind akut mangelernährt.

Anhaltende Hungerkrise

Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahr 2013 wurde die Lage im Südsudan für die Kinder immer dramatischer. Mehrere Millionen Menschen flohen vor der Gewalt und Brandschatzung in Nachbarländer oder suchten Zuflucht in sichereren Regionen des Südsudan.

Im September 2018 haben sich die verfeindeten Gruppen im Südsudan auf ein gemeinsames Friedensabkommen geeinigt. Das gibt uns neue Hoffnung für unsere Arbeit in diesem von Gewalt, Armut und Hunger gebeutelten Land.

Die Lage für die Kinder ist aber nach wie vor katastrophal: Tausende Kinder sind durch den Krieg von ihrer Familie getrennt worden und sind jetzt völlig schutzlos.

Und unzählige Mädchen und Jungen haben noch immer nicht genug zu essen. UNICEF-Mitarbeiter vor Ort berichten von Kindern, die Gras, Blätter und Holz essen, weil sie so hungrig sind. Manche Teile des Landes stehen kurz vor einer Hungersnot.

Armut und miserable Ernten verstärken die Krise 

Die Armut der Bevölkerung war auch schon vor dem Bürgerkrieg groß. Durch die anhaltende Gewalt konnten die Menschen im Land jahrelang keine kontinuierliche Landwirtschaft mehr betreiben. Die Produktion von Nahrungsmitteln kam zeitweilig fast vollständig zum Erliegen. Die Ernten im Jahr 2018 sind deshalb extrem schlecht ausgefallen. In den letzten Monaten sind die kargen Vorräte viel zu schnell zur Neige gegangen. 

Malaria, Cholera und fehlendes Trinkwasser

Krankheiten wie Masern und Malaria sind eine ständige Bedrohung im Südsudan, vor allem für die vom Hunger geschwächten Kinder. Zudem fürchten die Menschen einen erneuten Ausbruch der Cholera.

Die Krankheit kann für Kinder innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich werden, weil der Brechdurchfall die kleinen Körper rasend schnell austrocknen lässt. Cholera wird vor allem durch verunreinigtes Wasser übertragen. Tausende Menschen im Südsudan haben noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen – das wollen wir mit UNICEF ändern.

Südsudan in Zahlen

Hauptstadt: Dschubam über 500.000 Einwohner

Bevölkerung: 11,3 Millionen (2013); über 50 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, 51 Prozent leben unter der Armutsgrenze.

Landessprache: Englisch offizielle Amtssprache, viele einheimische Sprachen anerkannt, Dschuba-Arabisch in vielen Teilen des Landes

Religion: überwiegend Christentum, auch lokale Religionen, Islam

Unabhängigkeit: 9. Juli 2011

Gewaltsamer Konflikt seit 2013: Im Dezember 2013 führten Kontroversen in der Regierungspartei SPLM zum Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen in der Staatsarmee Sudan People’s Liberation Army (SPLA) und zu einer bürgerkriegsähnlichen Entwicklung.

Im August 2015 unterzeichneten die Konfliktparteien einen Friedensvertrag. Die Umsetzung und Regierungsbildung erfolgten im Mai 2016 mit endgültiger Einstellung der Kampfhandlungen. Im Juli 2016 brachen erneut Kämpfe aus.

Seitdem kommt es wieder landesweit zu Kämpfen zwischen Regierung und der zunehmend fragmentierten Opposition.

Im Dezember 2016 kündigte Präsident Kiir einen Nationalen Dialog an; dieser startete erst im Mai 2017 mit der Vereidigung des Steuerungskomitees des Nationalen Dialogs.

Der Konflikt hat Tausende Menschen das Leben gekostet und über zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

(Südsudan in Zahlen, Quelle: Auswärtiges Amt)

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