SÜDSUDAN - LÄNDERINFORMATION

Südsudan Hungersnot: Ein einjähriges Mädchen wird mit Spezialmilch gefüttert

Dieses einjährige Mädchen in Juba kann nichts Festes mehr zu sich nehmen. Sie erhält von UNICEF-Spezialmilch mit Vitaminen und Mineralstoffen. Sobald es ihr besser geht, kann sie mit Erdnusspaste therapiert werden.
© UNICEF/UNI198874/Rich

Südsudan, der jüngste Staat der Erde, kommt trotz ermutigender Fortschritte nicht zur Ruhe: Bewaffnete Auseinandersetzungen, eine Hungerkrise und gefährliche Krankheiten wie Cholera gefährden das Leben der Kinder.

Viele Familien mussten ihr Zuhause verlassen und sind auf der Flucht. Ehemalige Kindersoldaten brauchen besondere Hilfe, um sich ein neues Leben aufzubauen.

Seit Ausbruch des Bürgerkrieges ist die Lage im Südsudan jeden Monat dramatischer geworden. Vor der Gewalt und Brandschatzung flohen seit Ende 2013 Millionen Menschen, unter anderem in die Hauptstadt Juba.
Die Armut der Bevölkerung ist groß. HInzu kommt der große Hunger. Die UNICEF-Mitarbeiter vor Ort berichten von Kindern, die Gras, Blätter und Holz essen, weil sie so hungrig sind.


Zwei Beispiele der UNICEF-Arbeit gegen die Folgen der Hungerkrise:

  • Versorgung mit Nahrungsmitteln:

Zusammen mit Partnern wie United Internet for UNICEF wird UNICEF im Jahr 2017 im Südsudan rund 207.000 Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung behandeln. Gemeinsam mit einem Netzwerk von 40 Nichtregierungs- und UN-Organisationen unterstützt UNICEF landesweit 620 therapeutische Ernährungsprogramme sowie 50 stationäre therapeutische Ernährungszentren.

  • Wasser, sanitäre Anlagen und allgemeine Hygiene:

In betroffenen Regionen und Flüchtlingslagern wie in Juba, Tongping, Bor oder Melut organisiert UNICEF die Wasserversorgung für Hunderttausende Menschen: Sauberes Wasser grenzt Keime und Bakterien ein und verhindert für Kinder oft tödlich endende Krankheiten wie Durchfall. Weitere Maßnahmen wie der Bau von Latrinen und die Ausgabe von Hygiene-Sets mit Seife, Zahnpasta und Waschmittel sind geplant.

Südsudan in Zahlen

Hauptstadt: Dschubam über 500.000 Einwohner

Bevölkerung: 11,3 Millionen (2013); über 50 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, 51 Prozent leben unter der Armutsgrenze.

Landessprache: Englisch offizielle Amtssprache, viele einheimische Sprachen anerkannt, Dschuba-Arabisch in vielen Teilen des Landes

Religion: überwiegend Christentum, auch lokale Religionen, Islam

Unabhängigkeit: 9. Juli 2011

Gewaltsamer Konflikt seit 2013: Im Dezember 2013 führten Kontroversen in der Regierungspartei SPLM zum Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen in der Staatsarmee Sudan People’s Liberation Army (SPLA) und zu einer bürgerkriegsähnlichen Entwicklung.

Im August 2015 unterzeichneten die Konfliktparteien einen Friedensvertrag. Die Umsetzung und Regierungsbildung erfolgten im Mai 2016 mit endgültiger Einstellung der Kampfhandlungen. Im Juli 2016 brachen erneut Kämpfe aus.

Seitdem kommt es wieder landesweit zu Kämpfen zwischen Regierung und der zunehmend fragmentierten Opposition.

Im Dezember 2016 kündigte Präsident Kiir einen Nationalen Dialog an; dieser startete erst im Mai 2017 mit der Vereidigung des Steuerungskomitees des Nationalen Dialogs.

Der Konflikt hat Tausende Menschen das Leben gekostet und über zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

(Quelle: Auswärtiges Amt)

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