WELTTAG GEGEN KINDERARBEIT
Donnerstag, 10. Juni 2021, 11:39 Uhr
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Weltweit ist die Zahl der Kinder in Kinderarbeit auf 160 Millionen gestiegen – das ist eine Zunahme um 8,4 Millionen Kinder in den letzten vier Jahren. Millionen weitere Mädchen und Jungen sind durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gefährdet, so ein neuer Bericht von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UNICEF.

Kinderarbeit im Kongo.

Kinder bei Minenarbeit in der Demokratischen Republik Kongo. Daten von UNICEF zeigen, dass etwa 40.000 Kinder im Südosten des Landes in Minen arbeiten. Die meisten graben nach Kobalt, das für die Herstellung von Smartphones benötigt wird.
© UNICEF

Die beiden Organisationen warnen zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni mit dem aktuellen Bericht „Child Labour: Global Estimates 2020, trends and the road forward” davor, dass die Fortschritte bei der Überwindung von Kinderarbeit zum ersten Mal seit 20 Jahren ins Stocken geraten sind. Damit hat sich der bislang positive Trend umgekehrt: Zwischen 2000 und 2016 war die Zahl der Mädchen und Jungen in Kinderarbeit noch um 94 Millionen gesunken.

GROSSER ANSTIEG IN DER ALTERSGRUPPE FÜNF BIS ELF

Die Zahl der jungen Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren in Kinderarbeit ist deutlich angestiegen, so dass diese Altersgruppe nun weltweit etwas mehr als die Hälfte der von Kinderarbeit betroffenen Kinder stellt. Die Zahl der Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren, die besonders gefährliche Arbeit verrichten, Tätigkeiten, die ihre Sicherheit, körperliche oder seelische Gesundheit bedrohen, ist seit 2016 um 6,5 Millionen auf insgesamt 79 Millionen gestiegen.

In Subsahara-Afrika haben Bevölkerungswachstum, wiederkehrende Krisen, extreme Armut und unzureichende soziale Basisschutzmaßnahmen in den letzten vier Jahren zu zusätzlichen 16,6 Millionen Mädchen und Jungen in Kinderarbeit geführt. Selbst in Regionen, in denen es seit 2016 einige Fortschritte gab, wie in Asien und der Pazifik-Region sowie in Lateinamerika und der Karibik, sind diese durch COVID-19 gefährdet.

GEFÄHRDUNG DURCH CORONA-PANDEMIE ERHEBLICH GESTIEGEN

Der Bericht warnt, dass weltweit neun Millionen zusätzliche Kinder bis Ende 2022 durch die Pandemie in Kinderarbeit gedrängt werden können. Ein Simulationsmodell zeigt, dass diese Zahl auf 46 Millionen ansteigen könnte, wenn gefährdete Kinder keinen Zugang zu angemessenen sozialen Basisschutzmaßnahmen haben.

Wirtschaftliche Schocks und Schulschließungen wegen der COVID-19-Pandemie bedeuten auch zusätzliche Risiken für die Kinder, die bereits vorher Kinderarbeit geleistet haben. Möglicherweise müssen sie länger oder unter schlechteren Bedingungen arbeiten, während viele weitere in die schlimmsten Formen der Kinderarbeit gezwungen werden, weil ihre Eltern ihre Jobs oder Einkommensmöglichkeiten verloren haben.

WEITERE ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG:

  • 70 Prozent der Mädchen und Jungen in Kinderarbeit arbeiten im Agrarsektor, gefolgt von 20 Prozent im Dienstleistungssektor und zehn Prozent in der Industrie.
  • Fast 28 Prozent der Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren und 35 Prozent der Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren, die Kinderarbeit leisten, sind nicht in der Schule.
  • Kinderarbeit ist bei Jungen in allen Altersgruppen stärker verbreitet als bei Mädchen. Wenn jedoch Arbeiten im Haushalt, die mindestens 21 Stunden pro Woche umfassen, berücksichtigt werden, verringert sich der geschlechtsspezifische Unterschied bei der Kinderarbeit.
  • In ländlichen Regionen ist Kinderarbeit fast dreimal so stark verbreitet wie in städtischen Gebieten.
  • Arbeitende Kinder sind dem Risiko körperlicher und psychischer Schäden ausgesetzt.
  • Kinderarbeit beeinträchtigt die Bildung der Kinder, schränkt ihre Rechte ein, begrenzt ihre Zukunftschancen. Sie führt zu einem Teufelskreis von Armut und Kinderarbeit.

Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt UNICEF seit 15 Jahren im Kampf gegen Kinderarbeit.

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