WELTTAG GEGEN KINDERARBEIT

Mittwoch, 12. Juni 2019, 00:00 Uhr 0 Kommentare
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Ein junges Mädchen arbeitet in Bagdad auf eine Müllhalde. Sie sammelt Büchsen und Plastikverpackungen, die sie später weiter verkauft.
© UNICEF

Kinderarbeit raubt Kindern ihre Kindheit und zerstört ihre Zukunftschancen. Trotzdem müssen immer noch 152 Millionen Mädchen und Jungen – fast jedes zehnte Kind auf der Welt – arbeiten, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen. Fast die Hälfte von ihnen leidet unter Arbeitsbedingungen, die gefährlich oder ausbeuterisch sind.

"Es reicht nicht, Kinderarbeit zu verurteilen und zu verbieten", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. "Um Kinder wirksam vor Ausbeutung zu schützen, müssen sich die Lebensbedingungen der betroffenen Kinder ändern: Erstens müssen Kinder, die gezwungen sind zu arbeiten, aus ihrer Lage befreit werden.

Zweitens sind mehr Investitionen in Bildung, aber auch in faire Arbeitsmöglichkeiten für Eltern sowie in Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme nötig. Neben den Regierungen tragen deshalb auch Unternehmen eine große gesellschaftliche Verantwortung, die über ein striktes Verbot von Kinderarbeit in ihrer globalen Lieferkette weit hinausgeht."

TRENDS BEI KINDERARBEIT

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der arbeitenden Kinder von 246 Millionen in 2000 auf 152 Millionen in 2016 zwar stark gesunken, aber der Rückgang ist in den letzten Jahren langsamer geworden. Über 70 Prozent der arbeitenden Mädchen und Jungen sind in der Landwirtschaft tätig.

Kinderarbeit ist sowohl Ursache als auch Folge von Armut, meist in Verbindung mit anderen Faktoren wie fehlender Bildung und sozialer Sicherheit. Bei Naturkatastrophen und Konflikten steigt die Gefahr, dass Kinder arbeiten müssen anstatt zur Schule zu gehen.

Für die Stiftung und UNICEF ist die Bekämpfung von Kinderarbeit Teil eines umfassenden Kinderschutz-Ansatzes, denn jedes Kind hat ein Recht darauf, frei von Gewalt und Ausbeutung aufzuwachsen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir uns für verbesserte Gesetze ein sowie für einen Wandel von Traditionen und Verhaltensweisen. Darüber hinaus unterstützen wir in vielen Ländern gezielte Programme zur Prävention von Kinderarbeit, zum Beispiel durch besseren Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Unterstützung für besonders arme Familien.

DEFINITION KINDERARBEIT

Als Kinderarbeit gelten Arbeiten, für die Kinder zu jung sind, die gefährlich oder ausbeuterisch sind, die körperliche oder seelische Entwicklung schädigen oder die Mädchen und Jungen vom Schulbesuch abhalten. Sie beraubt Kinder ihrer Kindheit und verstößt gegen die weltweit gültigen Kinderrechte.

Zu den "schlimmsten Formen der Kinderarbeit" zählen die Vereinten Nationen Sklaverei, Zwangsarbeit, der Einsatz von Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten wie den Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere sowie andere Formen der Arbeit, die die Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährden können. Fast alle Staaten der Welt haben beschlossen, alle Formen der Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen.

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