COVID-19-PANDEMIE ERSCHWERT KAMPF GEGEN POLIO
Mittwoch, 28. Oktober 2020, 13:15 Uhr
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Trotz großer Fortschritte beim Kampf gegen die Kinderlähmung erhalten viele Kinder in Risikoländern keinen ausreichenden Impfschutz gegen das Poliovirus. Wegen der COVID-19-Pandemie 2020 wurden in den vergangenen Monaten Impfkampagnen in zahlreichen Ländern ausgesetzt.

Aufmacherbild_Welt-Polio-Tag 2015

© UNICEF/NYHQ2015-1542/Pflanz

Weltweit könnten wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schätzungsweise 80 Millionen Kinder unter einem Jahr in mindestens 68 Ländern keine lebensrettenden Impfungen erhalten. Dadurch sind sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Polio, Masern und Diphterie zu erkranken.

Seit Ende August 2020 gilt der afrikanische Kontinent zwar als frei von der wilden Form der Kinderlähmung. Gleichzeitig breitet sich die Krankheit in Pakistan und Afghanistan weiter aus und trifft immer mehr Kinder.

Dank großangelegter Impfkampagnen und kontinuierlicher Überwachung sind die weltweiten Polioerkrankungen bei Kindern in den vergangenen 30 Jahren um 99,9 Prozent zurückgegangen. Mehr als 18 Millionen Menschen, die sonst in diesem Zeitraum durch Polio gelähmt worden wären, können heute laufen. Jedes Jahr werden 650.000 Poliofälle vermieden.

WEITERHIN FÄLLE IN PAKISTAN UND AFGHANISTAN

Besonders gefährdet sind Kinder, die in abgelegenen, fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen leben. Darüber hinaus breitet sich der Wildtyp des Virus in Pakistan und Afghanistan weiter aus.

Angesichts dieser Herausforderungen muss alles dafür getan werden, dass Kinder überall auf der Welt lückenlos und routinemäßig gegen Polio geimpft sind. UNICEF stellt jedes Jahr rund eine Milliarde Dosen Polio-Impfstoff zur Verfügung und impft Kinder auch in den entlegensten oder wegen Konflikten schwer zugänglichen Regionen.

ÜBER KINDERLÄHMUNG 

Weltweit ist Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, fast ausgerottet. Afghanistan und Pakistan verzeichnen jedoch nach wie vor Fälle. In Afghanistan wurden bis Oktober 2020 37 Fälle, in Pakistan 64 Fälle bestätigt. Groß angelegte Impfkampagnen wollen auch in diesen Ländern die Neuinfektionen auf Null reduzieren.

Anlässlich des Welt-Polio-Tages am 28. Oktober haben wir sechs Fakten über die Krankheit gesammelt.

  1. Kinderlähmung, auch Poliomyelitis oder Polio, befällt vor allem Kinder unter fünf Jahren. Die ansteckende Virus-Krankheit kann innerhalb von wenigen Stunden zu irreversiblen Lähmungen und in einigen Fällen sogar zum Tod führen.
  2. Kinderlähmung ist nicht heilbar, kann aber durch einfache und kostengünstige Impfungen wirksam verhindert werden.
  3. Der Welt-Polio-Tag fällt auf den Geburtstag des US-amerikanischen Bakteriologen Jonas Salk, dem Entdecker des Polio-Impfstoffes. Im Jahr 1998 wurde er erstmals durch UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Das Ziel: Die Bevölkerung daran zu erinnern, Impfungen aufzufrischen, um eine Rückkehr der nahezu ausgerotteten Krankheit zu verhindern.
  4. Seit Ende August 2020 gilt Afrika als frei von wildem Polio
  5. Europa gilt seit 2002 als poliofrei.
  6. Das ursprüngliche Ziel der WHO, den Erreger bis 2000 weltweit auszurotten, wurde verfehlt. Durch die Corona-Pandemie kann die Verbreitung weiter zunehmen.

"Der Kampf gegen Polio zeigt, welche Fortschritte durch internationale Zusammenarbeit und breite Impfkampagnen möglich sind", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, anlässlich des Weltpoliotages.

"Aber wir sind noch nicht am Ziel. Wegen der Covid-19-Pandemie mussten in diesem Jahr viele Länder ihre Impfkampagnen unterbrechen. In Afghanistan und Pakistan ist die hoch ansteckende Viruskrankheit weiterhin verbreitet. Nur wenn Polio überall besiegt ist, können alle Kinder ohne Angst vor dem Virus aufwachsen." Helfen Sie mit, damit wir jedes Kind auf der Welt mit dem wichtigen Impfstoff erreichen.

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