SCHULE IST DOOF? FÜR FAHD (10) AUS DEM JEMEN IST SIE ALLES

Montag, 20. Februar 2017, 00:00 Uhr von Vera Mäusbacher 0 Kommentare
Jemen: Fahd ist eines von 1,4 Millionen Kindern, die alles verloren haben

Fahd ist eines von 1,4 Millionen Kindern im Jemen, die alles verloren haben. Er will mal Ingenieur werden, um alles wieder aufzubauen.  
© UNICEF Yemen/2016

Sind Sie gerne zur Schule gegangen? Also ich hätte mich mit Leidenschaft vor jedem Schultag gedrückt, wenn es möglich gewesen wäre.

Doch wenn ich heute Kinder in Kriegsländern sehe, die Tag für Tag arbeiten müssen, um zu überleben, oder auf der Flucht sind, dann weiß ich meine schöne Kindheit – inklusive der Schule – sehr zu schätzen.

Durch den anhaltenden Konflikt im Jemen können aktuell 350.000 Kinder nicht mehr zur Schule gehen – der zehnjährige Fahd ist eines von ihnen. 

Doch Schule ist etwas, das für eine normale Kindheit steht. Hier können Mädchen und Jungen lernen, spielen und Freunde treffen. UNICEF baut derzeit viele Schulen wieder auf und errichtet Notschulen, damit die Kinder wieder lernen können.

Fahd (10): „Zuhause in Sa’ada war es schön. Abends hat Mama immer lecker gekocht!“ 

Fahd will wieder zum Unterricht und ein normales Leben führen. Vor Ausbruch des Krieges lebte er friedlich in Sa’ada. Jeden Morgen stand er auf, ging in die Schule, spielte mit seinen Freunden und kam zum Abendessen wieder nach Hause.

„Ich habe mich immer auf Zuhause gefreut, Mama hat lecker gekocht, die ganze Familie war zusammen. Wir hatten drei Schlafzimmer und eine schöne große Küche“, erinnert sich der Junge.

Im März 2015 dann änderte sich alles für die Familie. Fahd wurde mitten in der Nacht von Bomben geweckt, der Vater wies alle an, schnell die Koffer zu packen. Dann floh die Familie mitten in der Nacht.

„Es war so chaotisch, alle Menschen rannten um ihr Leben, die Straßen waren überfüllt. Wir mussten aus dem Auto steigen und laufen. Nach einigen Stunden waren meine Füße geschwollen. Ich wollte zurück. Doch mein Vater sagte mir, wir könnten getötet werden, also lief ich weiter. Bis wir nach zwei Tagen ein Dorf erreichten.

Jemen: Ein Mädchen vor einer zerstörten Häuserfront

Viele Orte wie auch Sa’ada sind im Jemen mittlerweile völlig zerstört. Familien haben alles verloren. 
© UNICEF Yemen/2016

„Schlaue Leute müssen doch verstehen, dass Krieg böse ist!“

In der Notunterkunft im Dorf gab es nicht genug Platz für die Familie. Fahd und sein Vater musste draußen schlafen, seine Mutter und Schwester bekamen ein Zelt.

Nach ein paar Wochen in dem Dorf machte sich Fahds Vater alleine auf nach Sa’ada, um ein paar Sachen aus dem Haus für seine Familie zu holen. „Ich bat ihn, vor allem meine Schulsachen mitzubringen.

Er kam nach ein paar Tagen weinend zurück, unser Haus wurde durch die Bomben zerstört, wir hatten alles verloren. Ich hoffe, dass der Krieg bald vorbei ist und wir wieder nach Hause kommen.

Warum gibt es Krieg – schlaue Menschen müssen doch verstehen, dass Krieg böse ist?“

UNICEF hilft Kindern im Jemen

Jemen: Kinder freuen sich auf die Schule

Diese Kinder freuen sich darauf, dass die Schule weitergeht – mit UNICEF Schulrucksäcken und UNICEF-Büchern, Heften und Stiften.
© UNICEF Yemen/2016

Wie Fahd kämpfen viele Mädchen und Jungen im Jemen ums Überleben. Die anhaltende Gewalt führt zu Armut, Hunger und Krankheiten in den betroffenen Gebieten, Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren. Damit Kinder mit dem Nötigsten versorgt werden, liefert UNICEF Medikamente, Nahrung und Wasser.

Mit der „Back to School“-Kampagne sollen Schülerinnen und Schüler wieder lernen können. Dafür renoviert UNICEF derzeit 700 zerstörte Schulen und baut Notschulen mit Schulmaterial in Zelten auf.

Speziell ausgebildete Lehrer geben dort einfühlsamen und gut verständlichen Unterricht, der den Kindern hilft, mit der schwierigen Lebenssituation besser fertig zu werden. 

Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt verschiedene Bildungsprojekte von UNICEF. Jedes Kind hat ein Recht auf Schule und Bildung.   

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