NOTHILFE SYRIEN

Nothilfe Syrien: Schüler laufen neben den Trümmern ihrer Stadt zur Schule

Aleppo, Syrien, im September 2016: Große Teile der Altstadt liegen in Trümmern. Trotzdem gehen diese Jungen zur Schule, wann immer es möglich ist. Wir sind in Syrien und den Nachbarländern für die Kinder da und helfen ihnen.
© UNICEF/UN034442/Zayat

Nach mehr als sechs Jahren Bürgerkrieg ist Syrien einer der schlimmsten Orte auf der Welt. Der Krieg ist nicht vorbei, immer noch leiden die Mädchen und Jungen unter den Folgen. Obwohl sie am wenigsten für den Krieg können, sind rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche in Syrien zwischen den Fronten gefangen und brauchen dringend Hilfe.

Als eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen ist UNICEF noch vor Ort in Syrien und steht den Kindern und Familien in dieser schweren Zeit zur Seite. Ein Team von 200 Mitarbeitern in Syrien arbeitet einem Netzwerk von Partnern rund um die Uhr daran, dringend benötigte Hilfe zu den Familien zu bringen.

Die Herausforderungen für die Mitarbeiter in Syrien sind gewaltig: Sie müssen wegen der ständigen Gefahr unter strengen Sicherheitsvorkehrungen arbeiten und oft langwierige Verhandlungen führen, damit zum Beispiel Hilfskonvois die Konfliktlinien passieren können.

UNICEF unterstützt zum Beispiel die Wasserversorgung in Aleppo, Damaskus und anderen Teilen Syriens, untersucht und behandelt mangelernährte Mädchen und Jungen, organisiert medizinische Hilfe für Schwangere und Kinder, richtet Notschulen und Kinderzentren ein.

Ibaa aus Homs

© UNICEF/NYHQ2014-0817/Ali

Ibaa (Name geändert) ist 13 und steht vor einem Trümmerhaufen. Ein Großteil seiner Heimatstadt Homs, wie so viele Städte in Syrien, ist völlig zerstört, Gefahren drohen überall. Aber der tapfere Junge beklagt sich nicht. Er durchsucht jeden Tag die Schuttberge nach Brauchbarem, das er verkaufen kann, und hilft damit seiner Familie im Kampf ums Überleben.

„Die Ratten beißen mich dauernd“

„Ich bin seit letztem Jahr nach der siebten Klasse nicht mehr zur Schule gegangen“, sagt Ibaa. „Mein Vater hat wenig Einkommen, viele Schulden und konnte die Familie nicht mehr allein ernähren. Ich habe mich entschieden, Lumpensammler zu werden. Was wir zu Hause zu Essen auf dem Tisch haben, hängt davon ab, wie viel Glück ich an dem Tag beim Sammeln hatte. An einem guten Tag verdiene ich mit dem Verkauf der Sachen bis zu 1.000 syrische Pfund (etwa fünf Euro). An anderen Tagen kann ich nur ein paar Metallteile für 500 Pfund (etwa 2,5 Euro) verkaufen.“