GEMEINSAM MIT DER FORSCHUNG KINDEREHEN EIN ENDE SETZEN

Donnerstag, 1. März 2018, 00:00 Uhr von Susanne Stocker 0 Kommentare
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China, 15, lebt mit ihrem 18-jährigen Ehemann an der Grenze von Bangladesch zu Indien. Sie haben vor drei Jahren geheiratet; China erwartet nun ihr erstes Kind.
© UNICEF/UNI91027/Noorani

Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt gemeinsam mit der Bill Gates Foundation ein Projekt, das die Praxis der Kinderehen beenden möchte.

Zusammen mit der UNICEF-Zentrale in New York und dem Forschungsinstitut der Universität Kalifornien in San Diego (UCSD) suchen wir nach langfristigen und nachhaltigen Lösungen. Die aktuelle Studie soll helfen, Kinderehen in den kommenden Generationen komplett zu beenden.

Mit Wissenschaft Kinderheirat beenden? Wie das funktioniert, möchten wir Ihnen gerne heute näher bringen.  

WISSENSCHAFT UND UNICEF GEHEN HAND IN HAND

Bangladesch Projektreise Dialog

Mit den Gemeinden baut UNICEF einen Dialog aller Beteiligten auf und informiert über die schädlichen Auswirkungen von Kinderheirat.
© UNICEF

Verschiedene Wissenschaftsdisziplinen sind schon seit vielen Jahren Partner von UNICEF und helfen uns dabei, globale Probleme zu lösen. Universitäten wie beispielsweise Harvard, Yale, Stanford und die UCSD sind Vorreiter in der Erforschung sozialer Verhaltensweisen und können mit ihrer Erfahrung einen wertvollen Beitrag zu unserer Arbeit leisten.

Grundsätzlich ist das Vorgehen bei den Problemstellungen sehr ähnlich: Es werden für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt – sprich unglaubliche viele Daten gesammelt – und die Ergebnisse genau dokumentiert. Daraus entstehen neue Arbeitsweisen und -strukturen, die weltweit für UNICEF und alle Partner umgesetzt werden.

SOZIALER WANDEL IM KAMPF GEGEN KINDERHEIRAT

Das “Center on Gender Equity and Health” (GEH) der Universität in San Diego will mit seiner Studie eine Informationsgrundlage schaffen, die verschiedene Faktoren herausarbeitet, die Kinderheirat begünstigen. Daraus können wir bessere Maßnahmen für unsere Arbeit ableiten. Denn nur, wenn wir die Grundlagen verstehen, können wir veränderte Verhaltensweisen und damit sozialen Wandel herbeiführen.

Diese Studie wird als "White Paper" veröffentlich werden, das sämtliche Organisationen wie auch "Girls Not Brides" zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist weltweit die erste Studie in dieser Größenordnung.

So fördert nach den Ergebnissen des GEH nicht nur extreme Armut oder mangelnde Bildung die Kinderheirat. Insbesondere haben auch geschlechtsbasierte Gewalt, fehlende Gleichberechtigung, ökonomische Abhängigkeit und traditionelle soziale Normen grundlegende Auswirkungen.

Hier setzen neue Programme an: “Communication for development” (C4D) – Kommunikation für Entwicklung möchte gemeinsam mit den Gemeinden, mit allen Beteiligten, neue Wege finden, Kinderheirat zu vermeiden. Das Besondere: An diesem Prozess sollen alle mitwirken und gemeinsam den besten Weg für die Gemeinschaft finden.

KOMMUNIKATION FÜR ENTWICKLUNG

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Diese äthiopischen Schülerinnen diskutieren über Kinderehen.
© UNICEF/UN0139725/Tadesse

Dieser Prozess setzt auf zwei Kernelemente. Zum einen soll Wissen, das zur Reduzierung von Kinderehen beiträgt, entwickelt und verbreitet werden. Zum anderen sollen Bemühungen von Fürsprechern unterstützt und die Politik informiert werden.

Mit den Ergebnissen der Studie soll die Nachhaltigkeit der Beendigung von Kinderheirat gesteigert werden. Grundlage hierfür sind die umfangreiche Sammlung von Informationen sowie Belegen und Empfehlungen der Politik. 

Die Beständigkeit wird insbesondere durch zwei Prozesse vorangetrieben: Mit den gewonnen Informationen kann regional, national und global ein Dialog über die Reduzierung der Kinderehen geführt werden. Interessensvertreter können mit diesen Materialien arbeiten und Herausforderungen in den einzelnen Regionen direkt angehen.

Ebenso sind die Mitarbeiter von UNICEF und ihren Partnern besser ausgestattet, um ganzheitliche Kampagnen gegen Kinderheirat und für Gleichberechtigung in den Gemeinden zu entwickeln.

KINDERHEIRAT – ALLTAG FÜR 700 MILLIONEN MÄDCHEN UND FRAUEN

Wenn wir von dem Thema Kinderheirat sprechen, haben wir es mit einer durchaus gängigen Praxis zu tun: Weltweit sind über 700 Millionen Mädchen und junge Frauen unter 18 Jahren bereits verheiratet.

Der ursprüngliche Ansatz, dass allein die Beseitigung von Armut und Bildungsrückständen Kinderheirat reduzieren kann, hat sich als nicht ausreichend erwiesen.

Die Zahlen der letzten 25 Jahre zeigen, dass trotz umfangreicher Verringerung der Armut und einem Ausbau der Grundschulbildung, Kinderehen nur um weniger als 10 Prozent zurückgingen. Basierend auf den neuen Ergebnissen kann die Projektarbeit nun variiert und erweitert werden.

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