DROHENDE HUNGERSNOT IM JEMEN

Donnerstag, 22. November 2018, 13:55 Uhr 0 Kommentare

HUNGER GEFÄHRDET DAS LEBEN DER KINDER

Jemen Hungersnot: Saleh, vier Monate alt, ist lebendsbedrohlich mangelernährt und wiegt nur 2,5 Kilo

Saleh, vier Monate alt, ist akut mangelernährt und wiegt nur 2,5 Kilo. 
© UNICEF/UN073955/Clarke for UNOCHA

1,8 Millionen Kinder im Jemen leiden Hunger. Für 400.000 Kinder unter fünf Jahren ist der Hunger gar lebensbedrohlich: Sie sind so stark unterernährt, dass sie jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. 

Und die Situation in dem Bürgerkriegsland spitzt sich weiter zu: Marc Lowcock, Nothilfe-Koordinator der Vereinten Nationen, hat vor dem UN-Sicherheitsrat vor einer drohenden Hungersnot gewarnt. Etwa die Hälfte der Zivilbevölkerung, das sind etwa 14 Millionen Menschen, könnte bald davon betroffen sein – wenn nicht jetzt gehandelt wird.

Mit Spezialnahrung gegen den Hunger im Jemen

UNICEF behandelt die unterernährten Mädchen und Jungen mit Hilfsgütern wie therapeutischer Spezialnahrung in Form von zum Beispiel Erdnusspaste oder Spezialmilch.

Beide sind besonders nährstoff- und kalorienreich. Sie stillen den Hunger und geben den Kindern schnell neue Kraft. In diesem Jahr wurden bereits 170.000 Kinder, die an akuter Mangelernährung leiden, auf diese Weise behandelt.

Ärzte behandeln mangelernährte Kinder

Jeden Tag sterben im Jemen Mädchen und Jungen an Hunger. Doch es ist schwierig, konkrete Zahlen zu nennen, denn viele Menschen sterben allein zuhause. Die Gesundheitsversorgung ist nahezu zusammengebrochen.

"Nur die Hälfte der Krankenhäuser ist in Betrieb", sagt Lowcock. Die Angestellten im Gesundheitswesen wurden vor zwei Jahren das letzte Mal bezahlt. Zudem sind viele Jemeniten zu arm, um sich behandeln zu lassen.

Drohende Hungersnot im Jemen: Ein Arzt wiegt ein Mädchen

Ein Arzt untersucht ein mangelernährtes Mädchen. Das Krankenhaus wird von UNICEF unterstützt.
© UNICEF/UN0252091/Abdulbaki

Trinkwasser wird unbezahlbar

Durch die schwere Wirtschaftskrise im Land können sich immer mehr Menschen selbst einfachste Lebensmittel nicht mehr leisten. Jemen ist ein wasserarmes Land.

In vielen Teilen des Landes muss das Wasser aus Bohrlöchern gepumpt werden, die bis zu 1,5 Kilometer tief sind. Dadurch wird sauberes Wasser sehr teuer. Viele Familien haben kein Geld mehr, um Trinkwasser für sich und ihre Kinder zu kaufen.

JEMEN: HUNGER, CHOLERA UND ANHALTENDE GEWALT

Nicht nur Unterernährung, Hunger und Durst, auch Gewalt und Krankheiten bedrohen das Leben der Kinder. Diejenigen, die im Krieg Schreckliches erlebt haben, brauchen psychosoziale Betreuung. "Jemen ist momentan eine lebendige Hölle für Kinder – für jedes Mädchen und jeden Jungen im Land", sagte Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor im Jemen und den benachbarten Ländern, Anfang November.

Kinder im Jemen mit Impfungen schützen

Manche Kinder im Jemen erkranken an Diphtherie – einer gefährlichen Krankheit, die durch eine einfache Impfung zu vermeiden wäre. Schon vor dem Krieg war ein großer Teil der Kinder im Jemen nur unzureichend geimpft. Durch das kaputte Gesundheitssystem werden jetzt noch weniger Impfungen durchgeführt, sodass die Kinder vielen Krankheiten schutzlos ausgeliefert sind.

Die schlimmste gesundheitliche Bedrohung für die Kinder ist aktuell die Cholera: Mehr als 1,1 Millionen Menschen sind im Jemen daran erkrankt, davon rund 320.000 Kleinkinder. Die aktuellen Cholera-Ausbrüche werden im Rahmen der Nothilfe medizinisch aufgefangen mit Durchfallmitteln, Cholera-Betten, Betreuung und Beratung für Millionen Menschen im ganzen Land. Um die Kinder vor einer Ansteckung zu schützen, führt UNICEF Schluckimpfungen durch. Anfang Oktober hat die Hilfsorganisation in nur sechs Tagen mehr als 300.000 Kinder mit Cholera-Impfungen erreicht.

UNICEF impft die Kinder im Jemen gegen die lebensgefährliche Cholera.

Ein kleiner Schluck – aber ein großer, lebenswichtiger Schutz für die Kinder im Jemen: Wir führen Impf-Kampagnen gegen die Cholera durch, damit die Kinder sich nicht mit der gefährlichen Krankheit anstecken.
© UNICEF/UN0240853/Saeed

Kein Ende der Gewalt im Jemen

Als seien die drohende Hungersnot und die Cholera noch nicht genug, werden im Bürgerkriegsland Jemen immer wieder Kinder Opfer von Gewalt. Fünf Kinder werden durchschnittlich jeden Tag getötet oder verletzt – seit Ausbruch des Konfliktes im März 2015 sind Tausende unschuldige Kinder gestorben. Viele Mädchen und Jungen sind durch ihre Kriegserlebnisse traumatisiert. Im Rahmen der Nothilfe von UNICEF haben bisher rund 300.000 Kinder und Jugendliche Spiel-, Gesprächs- und Betreuungsangebote bekommen.

United Internet for UNICEF unterstützt die Hilfsprojekte von UNICEF im Jemen. Auch Sie können helfen!

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