DIE GESICHTER HINTER UNITED INTERNET FOR UNICEF

Mittwoch, 9. September 2015, 09:19 Uhr von Kathrin Staudinger 1 Kommentar

IM FOKUS: UNICEF-GESCHÄFTSFÜHRER CHRISTIAN SCHNEIDER

Christian Schneider ist Geschäftsführer von UNICEF Deutschland und als dieser im Stiftungsvorstand tätig. Seine Arbeit für UNICEF führt den 50-Jährigen quer durch Deutschland, um Partner zu gewinnen, Politiker zu überzeugen und die vielen Ehrenamtlichen in ihrem Einsatz zu unterstützen. Die Lage in der Welt bringt aber auch mit sich, dass er in den vergangenen fünf Jahren immer wieder in Krisengebieten unterwegs war, um auf die Situation der Menschen aufmerksam zu machen und Unterstützung zu mobilisieren.

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Christian Schneider im Flüchtlingslager "Domiz" in Irak.
© UNICEF Irak/ Bruere

Herr Schneider, wenn Sie sich kurz vorstellen würden …

Seit 2010 bin ich Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, allerdings schon seit 1998 in unterschiedlichen Positionen bei UNICEF für die Kinderrechte aktiv. Ich bin gelernter Redakteur und Ethnologe (M.A.), habe in Münster Ethnologie, Politikwissenschaften und Publizistik studiert. Seit 20 Jahren steht der Einsatz gegen die Armut und für bessere Lebensbedingungen von Kindern im Mittelpunkt meiner Arbeit. Mein Zuhause ist die Stadt Essen – dort lebe ich mit meiner Frau und unseren beiden Töchtern.

Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?

Das Wohlergehen der Kinder ist für mich der wichtigste Maßstab für den Zustand und die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. UNICEF hat aus der Konvention über die Rechte des Kindes ein wunderbares Mandat erhalten – was gibt es für eine schönere Aufgabe, als sich mit der Kraft und den großartigen Kollegen dieser Organisation in jedem Land der Erde für die Rechte der Kinder einzusetzen?

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit?

Wir bei UNICEF möchten erfolgreich sein für Kinder: Mein oberstes Ziel ist es, über die Beiträge aus Deutschland – das sind finanzielle Spenden für die UNICEF-Arbeit ebenso wie die „Zeitspenden“ unserer Bürgerinnen und Bürger – die Welt nachweislich zu einem besseren Ort für Kinder zu machen. Wenn wir Tausende Kinder im umkämpften Syrien mit medizinischer Nothilfe erreichen, wenn wir die Kindersterblichkeit in der Welt durch Impfungen und gesundheitliche Grundversorgung messbar senken, sind das Erfolge, die mir und unseren Spendern sagen: Es lohnt sich!

>>> Lesetipp: Die Gesichter hinter United Internet for UNICEF, Teil 1. Im Fokus: Stiftungs-Vorsitzende Tessa Page

Verraten Sie uns Ihre Vorbilder?

Da bin ich in einer Luxussituation: Bei jedem Projektbesuch - in Krisengebieten wie dem Nordirak oder dem Südsudan genauso wie in unseren Bildungs- oder Gesundheitsprojekten - treffe ich auf Menschen, die ich mit ihrem unglaublichen Einsatz, mit ihrer Empathie und ihrer Entschlossenheit, auch unter schwierigsten Bedingungen für Kinder da zu sein, einfach umwerfend finde. Noch einmal nachgedacht: Mütter auf der Flucht, ob in Syrien, Südsudan oder Somalia, diese Mütter mit ihrem Willen, mit oft letzter Kraft das Überleben ihrer Kinder zu sichern, das sind meine größten Vorbilder.

Was war Ihr bisher schönster Moment mit United Internet for UNICEF?

Die Stiftung gehörte im vergangenen Jahr zu den wichtigen Unterstützern der UNICEF-Nothilfe im Südsudan. Mitzuerleben, wie aus E-Mail-Aufrufen an über 30 Millionen Menschen in Deutschland Spenden werden, die dann in den umkämpften Provinzen dieses kriegsgeschüttelten Landes Kinderleben retten, das ist eine Erfahrung, die ich mit allen Unterstützern teilen möchte.

Was wünschen Sie sich künftig für die Stiftung?

Wir sagen manchmal: Unsere Zukunft muss eigentlich sein, dass die Kinder UNICEF nicht mehr brauchen.

Für UNICEF und seine wichtigen Partner wie die Stiftung ist spürbar das Gegenteil der Fall: Die Aufgaben werden mit jedem weiteren Konflikt in der Welt eher noch dringlicher und manchmal schwieriger. Deshalb wünsche ich mir, dass sich alle Unterstützer mit uns gemeinsam unserer zentralen Aufgabe stellen: Bis 2030 die extreme Armut von Kindern, die Ausbeutung von Kindern und die Gewalt, unter der sie leiden, immer weiter zurückzudrängen.

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UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider zu Besuch bei Kindern in Libanon.
© UNICEF/R. Haidar

KOMMENTARE

  • 25. Januar 2018 17:10 Uhr

    Liebe Frau Staudinger, lieber Herr Schneider,

    vielen Dank für dieses gute Interview und die in den Aussagen deutlich werdende emotionale Beziehung zu Ihren Herausforderungen.
    Gestatten Sie mir eine Frage : Können Sie sich in Ihren Tätigkeiten eine Kooperation mit unserer Unternehmensstiftung vorstellen ? Unter dem Dach des " Human Safety Net" ( www.thehumansafetynet.org ) fördern wir seit dem letzten Jahr die Erziehungskompetenz bildungsferner Eltern und arbeiten nach der Maßgabe " Was den Eltern hilft, hilft auch den Kindern".

    Ich würde mich über ein kurzes Feedback sehr freuen.

    Mit besten Grüßen
    Christoph Zeckra

    Community Engagement
    Generali Deutschland AG
    Unter den Linden 21
    10117 Berlin
    Tel. 0173 2935779

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