Dirk Nowitzki und Mats Hummels
© UNICEF/Stefan FreundDirk Nowitzki und Mats Hummels
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Schule für jedes Kind – Dirk Nowitzki und Mats Hummels für UNICEF

Deutsche Sportgrößen im Einsatz für bessere Bildungschancen von Kindern.

Der NBA-Champion Dirk Nowitzki und der Fußball-Weltmeister Mats Hummels setzen sich in einem aktuellen UNICEF-Spot für eine gute Schule für jedes Kind ein. Durch wachsende Armut und weltweite Schulschließungen während der Corona-Pandemie hat sich die globale Bildungsmisere verschärft. Vor dem Schulstart nach den Sommerferien machen sich die beiden deshalb für die Bildungsinitiative "Let us learn" des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen stark.

Am Rande des Drehs zum aktuellen UNICEF-Spot sprachen Nowitzki und Hummels über die große Bedeutung von Bildungschancen für Kinder weltweit. Zudem gaben sie Einblicke in ihre persönliche Schulzeit. Die beiden Sportgrößen sind langjährige UNICEF-Botschafter und vor allem eins: besorgte Väter. Der Spot thematisiert die globale Bildungskrise als Folge der Pandemie.

Dirk Nowitzki und Mats Hummels in einem Spot, der nichts mit Sport zu tun hat – Warum?

Dirk Nowitzki: Als langjährige UNICEF-Botschafter unterstützen wir mit dem Spot gemeinsam die Kampagne "Let us learn", eine Bildungsinitiative für benachteiligte Kinder in den fünf Ländern Afghanistan, Bangladesch, Liberia, Madagaskar und Nepal.

Mats Hummels: Für jedes Kind weltweit ist der Zugang zu Bildung enorm wichtig. Bildung eröffnet individuelle Zukunftschancen und dadurch große Möglichkeiten für die Gesellschaft im Ganzen.

Ihr seid beide Väter. Hat sich euer Bewusstsein für die Probleme von Kindern dadurch verstärkt?

Mats: Also, für mich ganz eindeutig. Seitdem ich ein Kind habe, setze ich mich viel mehr mit diesem Thema auseinander und bekomme natürlich auch viel mehr mit, auch von anderen Kindern. Aus diesem Grund hat sich die Perspektive und meine persönliche Sicht darauf enorm verändert – und vor allem die Bedeutung des Ganzen nochmal erhöht.

Dirk: Das geht mir genauso. Man nimmt durch das eigene Vatersein einfach mehr wahr, wie es den Kindern geht. Wenn ich die Nachrichten verfolge, berührt es mich noch einmal viel intensiver. Ich mache mir Sorgen, was mit den Kindern auf der ganzen Welt zukünftig passiert.

Was möchtet ihr euren eigenen Kindern mitgeben?

Mats: Ich möchte meinem Sohn natürlich sehr viel mitgeben. Sehr viel Liebe von mir erst einmal. Aber auch sehr viel Verständnis anderen gegenüber. Ich würde mir wünschen, dass er ein sehr toleranter Junge und ein toleranter Mann wird, der sich in andere hineinversetzen kann und der weiß, dass er hoffentlich auch das Glück hatte, sehr behütet aufzuwachsen. Er soll aber auch verstehen, dass es anderen nicht so geht und ihnen empathisch gegenübertreten.

Dirk: Hier kann ich mich nur anschließen. Ich möchte meinen Kindern außerdem eine gewisse Disziplin fürs Leben mitgeben und dass sie Respekt vor anderen Leuten haben. Werte, die mir auch wichtig waren und die mir auch meine Eltern damals beigebracht haben. Das läuft bis jetzt ganz gut.

Anders als für viele Mädchen und Jungen weltweit, war der Gang zur Schule für euch etwas Selbstverständliches. Was sind eure schönsten Erinnerungen an diese Zeit?

Dirk: Ich war nicht der Superschüler, aber Chemie habe ich echt gern gemacht. Mir haben die Experimente gefallen – die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren und zusammen zu mixen. Ich hatte sogar Chemie-Leistungskurs im Abitur. Das war wohl das Fach neben Sport, in dem ich einigermaßen gut war. Über alles Weitere lasse ich Mats sprechen. (lacht)

Mats: Okay. Also, ich war auch nicht in jedem Fach super, logischerweise. Aber es gibt viele schöne Erinnerungen, die ich mit meiner Schulzeit verbinde. Wenn es in Mathe zum Beispiel irgendein Thema gab, mit dem ich nicht zurechtgekommen bin, war es ein riesen Erfolgsmoment für mich, wenn ich es dann noch irgendwann verstanden habe. Aber auch an die Zeit außerhalb des Unterrichts erinnere ich mich gerne zurück. Ich habe dort sehr viele Freunde fürs Leben kennengelernt. Mein größter Freundeskreis besteht seit der siebten Klasse. Es war eine sehr prägende Zeit für mich, die jedem Kind ermöglicht werden sollte.

Hand aufs Herz: Welches Schulfach wärt ihr am liebsten so schnell wie möglich losgeworden?

Mats: Das ist easy: Latein und – es hat mich eben gewundert, dass du (Dirk) so gut darin warst – Chemie. Ich muss sagen: Das war nichts. Latein habe ich auch nur gewählt, weil ich zwei Jahre später Spanisch haben wollte. Dafür war es Grundvoraussetzung.

Dirk: Physik, würde ich sagen. Da habe ich nicht viel verstanden und es wäre das Fach, das ich weggegeben hätte.

Mats, dein Sohn ist noch zu jung für Hausaufgaben. Aber Dirk, wie sieht es bei dir aus: Hilfst du deinen Kindern bei den Hausaufgaben?

Dirk: Hin und wieder helfe ich meinen Kids noch bei den Hausaufgaben. Aber nur soweit ich das noch kann und schaffe. Ich glaube, wenn sie dann mal älter sind, im Teenageralter, wird es sicher schwierig. Unsere Älteste ist jetzt in der zweiten Klasse. Da ist es noch machbar. Das bekomm ich schon noch einigermaßen hin. (lacht)

Für euch beide hat Sport auch in der Schule sicher eine große Rolle gespielt. Platz dafür war wahrscheinlich am meisten auf dem Pausenhof, oder?

Mats: Ich bin in den Pausen tatsächlich mit einem versteckten Ball in die Turnhalle gegangen, um dort im Eins-gegen-eins aus der Distanz auf die Tore zu schießen. Wir sind danach natürlich immer völlig verschwitzt zur nächsten Stunde angetreten. (lacht)

Dirk: Wir haben teilweise mit irgendwelchen Getränkepackungen „Abtreffen“ gespielt. Das habt ihr doch sicher auch gemacht, Mats!? Ansonsten hatte ich immer wahnsinnigen Hunger in der Pause. Weil ich immer so riesengroß war und dementsprechend Appetit hatte, habe ich versucht alles „reinzustopfen“, was die Mama so gemacht hat. (lacht)

Was ist eurer Meinung nach die Verbindung zwischen Bildung und Sport?

Dirk: Sport und Bildung haben unheimlich viele Gemeinsamkeiten: Fairplay, das Ziel zusammen etwas schaffen zu wollen, fürs Leben zu lernen, einen Teamgeist zu entwickeln. Viele identische Werte sind dabei wichtig.

Mats: Ich glaube, dass Bildung und Sport zwei elementare Dinge für das Aufwachsen von Kindern sind. Sie lernen im und durch Sport einfach unheimlich viel: Miteinander auszukommen und trotz unterschiedlicher Interessen oder Hintergründe an einem Strang zu ziehen, um Sport zu treiben, vielleicht ein Spiel zu gewinnen oder einfach nur Spaß zu haben.