168 MILLIONEN KINDER SEIT FAST EINEM JAHR OHNE SCHULUNTERRICHT

Für mehr als 168 Millionen Kinder weltweit sind seit fast einem Jahr Schulen aufgrund von Lockdowns wegen der COVID-19-Pandemie vollständig geschlossen. 214 Millionen Kinder – oder eines von sieben Kindern – haben mehr als drei Viertel ihres Unterrichts verpasst. Dies geht aus neuen Daten hervor, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF Anfang März 2021 veröffentlicht hat.

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New York 2021: Mit der Installation " Pandemic Classroom" soll auf die durch die Covid-19-Pandemie verursachte Bildungskrise aufmerksam gemacht werden. 
© UNICEF/UN0423792/Chris Farber/UNICEF via Getty Images

Der Bericht „COVID-19 und Schulschließungen. Ein Jahr ohne Schule“ („COVID-19 and School Closures: One year of education disruption”) zeigt, dass sich weltweit allein 14 Länder von März 2020 bis Februar 2021 weitgehend im Lockdown befunden haben. Zwei Drittel dieser Länder gehören zu Lateinamerika und der Karibik, mit fast 98 Millionen Schulkindern. Von den 14 Ländern waren die Schulen in Panama die meisten Tage geschlossen, gefolgt von El Salvador, Bangladesch und Bolivien.

„Während wir uns dem ersten Jahrestag der COVID-19-Pandemie nähern, werden wir erneut an die katastrophale Bildungskrise erinnert, die die weltweiten Lockdowns verursacht haben. Mit jedem Tag der vergeht, bleiben Kinder, die keinen Zugang zu direktem Unterricht haben, weiter zurück und die am meisten benachteiligten Kinder zahlen den höchsten Preis", sagte Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin.

SCHULSCHLIESSUNGEN GEFÄHRDEN DAS WOHLBEFINDEN VON KINDERN

Schulschließungen haben verheerende Folgen für das Lernen und das Wohlbefinden von Kindern. Die am stärksten gefährdeten Kinder und diejenigen, die keinen Zugang zu Distanzunterricht haben, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, nie wieder in die Schulen zurückzukehren und zu Kinderehen oder Kinderarbeit gezwungen zu werden.

Für die Mehrzahl der Kinder weltweit sind Schulen Orte, an denen sie sich mit Gleichaltrigen austauschen können, Unterstützung erhalten, Zugang zu Gesundheitsdiensten und Impfungen haben sowie eine nahrhafte Mahlzeit bekommen. Je länger die Schulen geschlossen bleiben, desto länger bleiben Kindern wesentliche Elemente vorenthalten, die sie für ein gutes Aufwachsen brauchen.

"PANDEMIC CLASSROOM" SOLL MEHR BEWUSSTSEIN SCHAFFEN

Um auf die Bildungskrise aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit zu schaffen, dass Regierungen Schulen offenhalten oder ihnen bei den Plänen für Lockerungsmaßnahmen Priorität einräumen müssen, hat UNICEF am 3. März 2021 die Installation „Pandemic Classroom" enthüllt – ein Modell-Klassenzimmer, das aus 168 leeren Schreibtischen besteht. Jeder Schreibtisch steht für die Millionen Kinder, die in Ländern leben, in denen Schulen seit einem Jahr fast vollständig geschlossen sind – eine Erinnerung an die verwaisten Klassenzimmer in jedem Winkel der Welt.

Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt Bildungsprojekte von UNICEF.