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Verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene zählen zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit im Senegal: Fast jedes siebte Neugeborene überlebt die ersten fünf Lebensjahre nicht. Auf dem Land hat nicht einmal jeder dritte Senegalese Zugang zu Trinkwasser. Besonders schlecht ist die hygienische Situation in Schulen. Der Mangel an Sanitäreinrichtungen hält viele Mädchen sogar vom Schulbesuch ab. Außerdem brauchen sie täglich viel Zeit für das Wasserholen. UNICEF verbessert in 150 Grundschulen im Süden des Senegal die Wasser- und Sanitärversorgung.

Und selbst die Mädchen, die zur Schule gehen, fühlen sich dort nicht wohl: Derzeit verfügt nur eine von acht Schulen über einen Trinkwasseranschluss – Händewaschen ist damit fast unmöglich. Toiletten gibt es nur in jeder dritten Schule. Die wenigen vorhandenen Latrinen sind meist einfache Plumpsklos ohne verschließbare Türen. Gerade in der Pubertät wird es für die Mädchen zunehmend schwierig, ungestört und unbeobachtet von Mitschülern die Toilette zu benutzen. Viele verlassen deshalb die Schule vorzeitig.
1. Wasser und Toiletten für 150 Schulen
Im südlichen Senegal stattet UNICEF 150 Schulen mit je zwei Sanitärblöcken für Mädchen und Jungen aus. Jeder Sanitärblock besteht aus vier Toilettenkabinen. Allen Schülern stehen Waschbecken zum Händewaschen zur Verfügung. Zudem erhält jede Schule sauberes Trinkwasser: Auf dem Dorf werden Brunnen genutzt, die UNICEF mit Handpumpen ausrüstet. In städtischen Gebieten werden die Schulen an das kommunale Wasserleitungssystem angeschlossen. Etwa 50.000 Kinder profitieren von den neuen Einrichtungen.
UNICEF bezieht die Gemeinden intensiv mit ein: Unterstützt durch Schulungen führen örtliche Handwerker und Arbeiter die anfallenden Bau- und Installationsarbeiten aus. Eltern und Schüler helfen in Wasserkomitees mit, die Anlagen sauber und technisch in Ordnung zu halten.
2. Gesundheit auf dem Stundenplan
Um das Hygieneverhalten nachhaltig zu verändern, müssen Kinder bereits in der Schule mehr über die Reinhaltung von Trinkwasser und Umwelt sowie über Krankheitsursachen erfahren. UNICEF setzt sich dafür ein, Wasser- und Gesundheitsthemen in die Lehrpläne aufzunehmen. Geplant sind zudem Gesundheitskomitees in den Schulen. Ihre Mitglieder – Schüler und Lehrer – vermitteln Hygiene und Sauberkeit praktisch: Sie halten die Schule und ihre Umgebung sauber, putzen die Toiletten, entsorgen Abfall und leeren Abwassergruben. Insgesamt soll der Unterricht lebensnäher werden. Deshalb behandeln die Lehrer auch Themen wie die Gleichberechtigung von Mädchen, gewaltfreie Konfliktlösung, den Schutz vor AIDS und die Kinderrechte. Schulungen bereiten die über 1.000 Lehrer der 150 Schulen auf diese neuen Anforderungen vor. Außerdem hilft UNICEF den Lehrern, auch in ihren eigenen Häusern Latrinen einzubauen, damit sie Vorbilder in Sachen Hygiene sein können.