Ghana: Kampf gegen den Guineawurm

Ghana ist weltweit eins der Länder mit den meisten Erkrankungen durch den gefährlichen Guineawurm. Dieser Parasit lebt in stehenden Gewässern und verursacht sehr schmerzhafte Infektionen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Hauptursache ist der Mangel an sauberem Trinkwasser, der vor allem im Norden Ghanas herrscht. Im besonders betroffenen Distrikt Yendi unterstützt UNICEF den Bau von Brunnen, die die Familien mit sicherem Trinkwasser versorgen. UNICEF klärt in den Dörfern über Hygiene auf. Die Dorfbewohner lernen, wie sie die Ausbreitung des Guineawurms stoppen können - beispielsweise mit einfachen Wasserfiltern.

Verseuchtes Wasser - Gefahr für Kinder

Der fadenförmige Guineawurm legt seine Larven in stehenden Gewässern ab. Winzige Flohkrebse fressen diese Larven und werden so zum Zwischenwirt. Trinkt der Mensch das infizierte Wasser, gelangen die Guineawurmlarven in den Darm. Innerhalb etwa eines Jahres wachsen die Weibchen heran und wandern in das Unterhautbindegewebe. Schließlich durchbohrt der erwachsene
Wurm, der über einen Meter lang werden kann, die Haut und legt Hunderttausende neue Larven ab. Es kommt zu eitrigen, schwer heilenden Geschwüren. Weitere Symptome einer Guineawurm-Infektion sind Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit sowie allergische Hautausschläge. Meist sind Füße und Beine befallen. Die Krankheit ist so schmerzhaft, dass die Kinder oft monatelang nicht zur Schule gehen und Erwachsene nicht arbeiten können.

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Ziel ist die endgültige Ausrottung

In Ghana ist der Guineawurm noch immer in rund 1.000 Dörfern heimisch. Besonders im Norden des Landes ist die Zahl der Erkrankungen hoch. Hier ist der Grundwasserspiegel niedrig und die Wasserversorgung zumeist schwierig. Während der Regenzeit versuchen die Menschen deshalb, Wasser für ihren Tagesbedarf und die Landwirtschaft zu speichern. Die offenen Tümpel bieten dem Guineawurm gute Brutstätten. Vor allem der Distrikt Yendi ist betroffen: Vom Ort Sang aus einem kleinen Handelszentrum, breitet sich der Erreger immer wieder neu in der gesamten Region aus. Denn hier gibt es große offene Wasserflächen. Zudem kommen viele Menschen aus der Nachbarschaft zum Markt nach Sang. Hier trinken sie das verseuchte Wasser und tragen den Erreger zurück in ihr Dorf. Gemeinsam mit Partnern hat UNICEF bereits erreicht, dass die Zahl der Guineawurm-Infektionen in Ghana von 180.000 im Jahr 1989 auf 7.200 im Jahr 2004 zurückging. Ziel ist es jedoch, den Parasiten vollständig auszurotten. Dies ist möglich, wenn die Übertragungswege unterbrochen sind und sauberes Trinkwasser für alle zur Verfügung steht.

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Wasser - Fakten

  • 1,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 900 Millionen von ihnen leben in ländlichen Gebieten. Rund 125 Millionen von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren.
  • 2,6 Milliarden Menschen leben ohne Latrinen oder hygienische Abwasserentsorgung.
  • 2 Milliarden von ihnen in ländlichen Gebieten. Rund 280 Millionen davon sind Kinder unter fünf Jahren.
  • 4.500 Kinder sterben täglich, weil sie kein sauberes Trinkwasser und keine ausreichenden sanitären Bedingungen haben.
  • Jedes Jahr sterben etwa 1,8 Millionen Menschen an Durchfallerkrankungen, die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren.

Was tut UNICEF?

1.Versorgung mit sauberem Trinkwasser

UNICEF setzt sich im Norden Ghanas für eine Verbesserung der Wasserversorgung ein. Der besonders schwer betroffene Ort Sang erhält eine einfache Wasserversorgung mit oberirdischen Reservoirs, Pumpen und Leitungen. Sie bringt sauberes Trinkwasser aus bestehenden Brunnen der Region bis nach Sang. In den umliegenden Dörfern hilft UNICEF, fünf neue Brunnen zu bauen und zehn nicht mehr funktionsfähige wieder instand zu setzen. 45 Dorfbewohner lernen in Schulungen, wie sie die neuen Anlagen warten und sauber halten. Die Trinkwasserbrunnen und Leitungssysteme schützen die Kinder nicht nur vor dem Guineawurm, sondern zugleich vor Cholera, Typhus und anderen durch verschmutztes Wasser übertragenen Krankheiten.

2. Aufklärung über die Gefahr

UNICEF bildet in den vom Guineawurm betroffenen Dörfern zudem 250 Gesundheitshelfer, Lehrer sowie Freiwillige aus. Sie helfen mit, die Familien über den Schutz vor der Krankheit zu informieren sowie Erkrankungen zu erfassen und zu melden. Mit Unterstützung von UNICEF finden in den Dörfern Aufklärungsveranstaltungen statt - zum Beispiel im Rahmen von „Durbars“, traditionellen Dorfversammlungen, oder besonderen Aktionswochen. In acht Schulen werden Gesundheitsclubs eingerichtet, in denen die Schüler über Möglichkeiten zur Ausrottung des Guineawurms diskutieren. UNICEF stellt den Dorfbewohnern auch Guineawurm-Filter zur Verfügung: Einfache Röhrchen zum direkten Trinken sowie Filter aus Nylonstoff. Mit Hilfe dieses Stoffs können die Menschen Wasser für den Transport in Kanister filtern.