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Der Bürgerkrieg im Osten der Demokratischen Republik Kongo trifft besonders die Mädchen und Frauen. Bewaffnete Milizen überfallen immer wieder Dörfer und setzen Vergewaltigungen gezielt als Waffe ein. Mädchen und Frauen jeden Alters werden brutal misshandelt, schwer verletzt oder verstümmelt. Selbst Kleinkinder werden nicht verschont.
Viele Opfer werden entführt und monatelang gefangen gehalten. Innerhalb von nur sechs Monaten betreute UNICEF im Kongo bereits über 5.000 Opfer von Vergewaltigungen. Die meisten der Mädchen und Frauen sind schwer traumatisiert. Viele haben schwere innere Verletzungen erlitten und wurden von ihren Peinigern mit HIV oder anderen Infektionskrankheiten angesteckt. UNICEF sorgt dafür, dass missbrauchte Mädchen und Frauen medizinisch versorgt und psychologisch betreut werden.
In der Demokratischen Republik Kongo tobt Afrikas größter Krieg, der bereits 3,3 Millionen Todesopfer forderte. Fast alle bewaffneten Gruppen im Osten setzen systematisch Vergewaltigungen ein. Die Soldaten wollen die Dorfbewohner mit den brutalen Übergriffen erniedrigen und ihre Gegner demoralisieren. Ehemänner oder Väter werden deshalb häufig gezwungen, bei den Vergewaltigungen zuzusehen. Immer wieder werden Mädchen und Frauen von Soldaten verschleppt und in ihren Camps über Monate missbraucht. Viele kehren nie zurück. Medizinische Versorgung und psychologische Hilfe für Überlebende gibt es kaum. Viele Opfer wagen es zudem aus Scham nicht, eine Vergewaltigung öffentlich zu machen oder gar anzuzeigen. Dabei bräuchten besonders Mädchen, die von einem ihrer Peiniger schwanger geworden sind, dringend Unterstützung.

Die Überfälle der Soldaten sind häufig so brutal, dass die Mädchen und Frauen schwere innere Verletzungen davontragen und mehrfach operiert werden müssen. Auch die Gefahr einer HIV-Infektion ist groß - im Krankenhaus von Bukavu war bei einer Untersuchung jede vierte vergewaltigte Frau infiziert. Die Ansteckungsgefahr steigt aber auch mit der wirtschaftlichen Not in den Bürgerkriegsgebieten. Viele Mädchen und Frauen fliehen aus den umkämpften Dörfern in die Städte und schlagen sich hier als Bettlerin oder Prostituierte durch. Sie sind besonders in Gefahr, sich mit HIV zu infizieren oder ungewollt schwanger zu werden. Im Kongo haben die wenigsten Mädchen ausreichende Informationen über den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Verhütung.
1. Medizinische Versorgung
UNICEF unterstützt in den Städten Goma und Bukavu zwei Krankenhäuser, die vergewaltigte Mädchen medizinisch versorgen. UNICEF trägt die Kosten für Operationen, stellt Medikamente zur Verfügung und hilft bei der Fortbildung der Ärzte. UNICEF stellt auch Tabletten bereit, die das Risiko einer HIV-Infektion deutlich senken – vorausgesetzt, die Behandlung beginnt innerhalb von 72 Stunden. Die Klinikärzte besuchen zudem regelmäßig Gesundheitsstationen in den Dörfern, versorgen sie mit Medikamenten und schulen Gesundheitshelfer.
2. Psychosoziale Betreuung und Reintegration
Um den Mädchen bei der Rückkehr in ihr Dorf zu helfen, unterstützt UNICEF den Aufbau eines Rehabilitationszentrums. Hier können 100 Opfer von Vergewaltigungen gleichzeitig betreut werden. Die Mädchen erhalten im Zentrum rund drei Monate lang psychologische Hilfe, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Sie können zudem an Bildungs- oder Nähkursen teilnehmen. UNICEF stellt den Mädchen und Frauen Saatgut oder eine Ziege zur Verfügung, damit sie sich in ihrem Dorf wieder eine Existenz aufbauen können. Von UNICEF unterstützte Frauen-Selbsthilfegruppen in den Dörfern bieten den Opfern eine erste Zuflucht, versorgen sie mit Essen und Kleidung und informieren über weitere Hilfsangebote. UNICEF schult zudem 100 Helfer. Sie lernen beispielsweise, die Opfer präzise und doch einfühlsam zu befragen.
3. Aufklärung in den Dörfern
UNICEF will die Verbreitung von AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten unter Jugendlichen bekämpfen und fördert deshalb Angebote für junge Leute in lokalen Gesundheitszentren. Die Mädchen und Jungen werden hier kostenlos untersucht und behandelt. UNICEF bezieht die Jugendlichen auch in die Aufklärungsarbeit ein. Zunächst 100 Schülervertreter werden angeleitet, zum Beispiel Aktionstage für Gleichaltrige zu veranstalten. Eine breite Aufklärungskampagne über Sexualität und Gewalt soll 10.000 Menschen erreichen, darunter vor allem Jugendliche.