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Kambodscha ist derzeit das asiatische Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate: Mehr als 120.000 Menschen leben mit dem Virus – etwa zwei Prozent der Bevölkerung. Rund 100.000 haben durch AIDS Mutter, Vater oder beide Eltern verloren. Häufig sind die noch lebenden Angehörigen so arm, dass sie Waisen nicht zu sich nehmen können. So leben 11.000 Kinder in Waisenheimen statt zumindest in einer familien-ähnlichen Umgebung - und ihre Zahl steigt. UNICEF unterstützt in Kambodscha Organisationen, die sich in den Dörfern um von AIDS betroffene Familien und Waisen kümmern. Auch die medizinische Betreuung HIV-positiver Schwangerer und Kinder wird verbessert.
Zehntausende kambodschanische Kinder müssen miterleben, wie ihre Eltern an AIDS erkranken und sterben. Die Pflege der Kranken verschlingt häufig das geringe Einkommen. Viele Familien müssen deshalb ihr Land verkaufen oder sich verschulden. Denn in Kambodscha haben die meisten Menschen ohnehin nur das Allernötigste zum Überleben. Das Land erholt sich nur langsam vom jahrzehntelangen Krieg: Bis zu zwei Millionen Menschen haben kaum verlässlich zu essen – von guter gesundheitlicher Versorgung oder gar Zugang zu Medikamenten für AIDS-Patienten ganz zu schweigen. So werden viele Waisen und HIV-positive Kinder nicht angemessen versorgt. Sie leiden unter Mangelernährung, viele können nicht zur Schule gehen. Immer mehr Kinder geraten auch in Gefahr, auf der Straße zu landen, als Dienstboten ausgebeutet zu werden oder Kinderhändlern in die Hände zu fallen.

AIDS hat sich in Kambodscha in den letzten Jahren rasend schnell verbreitet. Einer der Gründe dafür ist die weit verbreitete Prostitution: Für kambodschanische Männer ist der Besuch bei Prostituierten oft selbstverständlich. Viele Frauen, die in Bordellen und Bars arbeiten, sind HIV-positiv. Die Männer tragen die Krankheit in die Familien. Auch die Rate der HIV-Übertragungen von der Mutter auf das Kind vor, während oder kurz nach der Geburt ist gestiegen.
HIV-positive oder bereits erkrankte Kinder und Erwachsene leiden häufig unter Diskriminierung. Nachbarn reden schlecht über sie, frühere Spielkameraden wenden sich ab. Denn viele Menschen wissen nur wenig über die Krankheit und ihre Übertragung. Betreuungsangebote und Programme für HIV-positive Mütter, die eine Übertragung des Virus auf das Baby durch Medikamentengaben und gute Betreuung bei der Geburt häufig verhindern könnten, gibt es besonders auf dem Land noch viel zu wenig.
1. Von AIDS betroffene Kinder betreuen
UNICEF unterstützt in den kambodschanischen Provinzen Prey Veang und Svay Rieng Organisationen, die sich um Waisen und von AIDS betroffene Familien kümmern. Sie organisieren beispielsweise Unterstützung für Großmütter, die zusätzlich Kinder aufgenommen haben. UNICEF arbeitet auch mit den Mönchen der „Buddhist Leadership Initiative“ zusammen. Sie fördern in ihren Gemeinden Selbsthilfegruppen für HIV-positive Menschen, besuchen betroffene Familien zu Hause und leisten Aufklärungsarbeit. Die Mönche sorgen aber auch dafür, dass Waisen medizinische Versorgung, Kleidung, Schulmaterial und bei Bedarf Lebensmittel erhalten. UNICEF stellt den buddhistischen Gemeindezentren auch Kleinkredite von etwa 40 Euro zur Verfügung, die bedürftigen, von AIDS betroffenen Dorfbewohnern zugute kommen.
2. Babys vor einer HIV-Infektion schützen
UNICEF hilft in Kambodscha, HIV-positiven Kindern und Müttern Zugang zu medizinischer Versorgung und Medikamenten zu verschaffen. HIV-positive Schwangere erhalten das Medikament Nevirapin. Es senkt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind deutlich. Die Schwangeren erhalten noch vor der Geburt Tabletten, die Neugeborenen entsprechenden Sirup und Medikamente in den ersten Lebensmonaten.
3. Betreuung von Waisen
UNICEF setzt sich dafür ein, verbindliche Standards für die Betreuung von Waisen zu entwickeln und durchzusetzen. Um Kinder vor Ausbeutung und Gewalt zu schützen, unterstützt UNICEF die Arbeit von Sozialarbeitern und sorgt dafür, dass Waisenheime regelmäßig kontrolliert werden. So lassen sich Vernachlässigung und Ausbeutung häufig verhindern.